Jahr: 2014

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Kormoranproblematik in der Siegener Zeitung

Einen interessanten Vortragsabend hatten die interessierten Zuhörer auf Einladung der BUND-Kreisgruppe Altenkirchen im vollbesetzten Konferenzraum der Kläranlage in der Muhlau erlebt: Hier referierte unser erster Vorsitzender, Manfred Fetthauer, über die Nister und ihre Entwicklung. Redakteur Andreas Goebel von der Siegener Zeitung nahm sich besonders der Kormoranproblematik an und verfasste  dazu eine ganze Seite in der Siegener Zeitung.

Sie kann hier als PDF heruntergeladen werden. Dafür vielen dafür Dank an Dr. Andreas Goebel!

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Ein ausgezeichnetes Muscheljahr geht zu Ende

Die Jahresabschlussüberprüfung der Lochplatten und unserer liebevoll großgezogenen und schließlich mit Glochidien infizierten Forellen bestätigte: 2014 war für die ARGE Nister ein ausgezeichnetes Flussperlmuscheljahr. Die Jungmuscheln in den Lochplatten waren gut gediehen und gewachsen, und die Kiemen unserer Bachforellen saßen voller gesunder Muschellarven.
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Viel Arbeit war dafür nötig: Im Dezember 2013 und Januar 2014 sortierten wir in stundenlanger Kleinarbeit Forelleneier, um den gesunden das Überleben zu sichern. Von den etwa 120.000 jungen Forellen, die wir erfolgreich großgezogen hatten, wurden knappe 1000 für die Glochidien ausgewählt. Die anderen bevölkern nun die Nister an den unterschiedlichsten Abschnitten.
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Der erste Impfversuch brachte noch nicht das erhoffte Ergebnis: Offensichtlich waren die Muschellarven, die unsere trächtigen Flussperlmuscheln abgegeben hatten noch nicht ausgereift. In den folgenden Wochen wurden die Muscheldamen in eigenen, besprudelten Behältern in der Stein-Wingerter Anlage gehalten und von Jutta Hannappel und Roman Hugo täglich mit frischem Nisterwasser versorgt. Daran sind die Muscheln gewöhnt und es enthält ausreichend Nährstoffe. Die schonende Behandlung machte sich bezahlt: Die beiden Muschelschützer ernteten etwa eine Million hochinfektiöser Glochidien, die schließlich mit den Forellen in Burbach zusammengebracht wurden. Die beprobte Quote war phantastisch: 900 bis 1000 Larven hatten sich an den Kiemen ihrer Wirte festgesetzt.
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Dass die Überwinterung bisher gut funktioniert, zeigte eine erneute Probe: Die Glochidien sind etwas gewachsen und besetzen die Kiemen der nach wie vor gesunden und quicklebendigen Bachforellen in großer Anzahl.
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Das lässt auf eine großartige Ernte im Frühjahr hoffen. Bereits bei den jetzigen kühlen Wassertemperaturen durchlaufen die Larven die ersten Stadien ihrer Metamorphose. Steigt die Temperatur auf 17° C und höher, beschleunigt sich dieser Prozess. Ist die Verwandlung abgeschlossen, lassen sich die fertigen und winzigen Flussperlmuscheln ins Kiesbett fallen. Unsere Larven allerdings werden in spezielle Labore gebracht, wo die Jungmuscheln aufgefangen und auf verschiedene Standorte in Rheinland-Pfalz, Belgien und Nordrhein-Westfalen verteilt werden. So soll die Rückkehr der Flussperlmuscheln in verschiedene Fließgewässer garantiert werden und deren Überlebenschancen gesteigert werden.

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Studenten der Universität Koblenz-Landau auf Entdeckungsreise an der Nister

45 Studentinnen und Studenten der Universität Koblenz-Landau besuchten bei einer Exkursion Mitte Oktober die Nister und die Fischaufzuchtstation der ARGE. Sie konnten sich so einen ersten Eindruck der Artenvielfalt der wirbellosen Wassertiere verschaffen und erhielten außerdem eine Einführung in die Problemlage der Eutrophierung, ihre Folgen und der besonderen Bedeutung algenfressender Fische für ihrer Bekämpfung.
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Dr. Carola Winkelmann  und Manfred Fetthauer erklärten vor Ort einiges über die Zusammenhänge. Praktische Erfahrungen am Gewässer ergänzten die theoretischen Ausführungen. Mit dieser Exkursion wird die erfolgreiche Zusammenarbeit der ARGE Nister e.V. mit der AG Fließgewässerökologie der Universität Koblenz-Landau fortgesetzt.
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Drei Lachsrückkehrer gesichtet

Insgesamt drei paarungswillige Lachse – zwei Männchen und Weibchen – gingen den Engagierten der Arge Nister bei zwei halbtägigen Kontrollbefischungen ins Netz. Sie hatten den Weg aus dem Meer durch die Fließgewässer in Deutschland unbeschadet und erfolgreich überstanden. Für die Naturschützer waren die Fänge erfreuliche Momente einer ansonsten eher erschreckenden Fahrt.

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Denn auf weiten Strecken war die Nister nahezu leer. Kilometerweit höchstens mal ein oder zwei Fische, oft kein einziger: Mehr reagierten nicht auf den leichten Strom, mit dem Wasserbewohner wie Nasen, Döbel, Forellen und Lachse bei den Kontrollbefischungen kurzzeitig betäubt werden. Selbst ein Laie bemerkte schnell, dass es die unbewohnten Streckenabschnitte waren, an denen kein Fisch auftauchte. Der Unterschied zu den Abschnitten durch Dörfer oder an Häusern vorbei war zu deutlich. Dort reagierten häufig fast schon Schwärme von Fischen. Zudem waren viele Gruppen dort an etwas entfernten Stellen gut im Wasser zu sehen.

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Unter den kontrollierten Fischen waren entweder größere (über 45 Zentimeter) oder kleine (bis 20 Zentimeter). Der “Mittelstand fehlte” – auch das ein Hinweis auf den Kormoran, der ganz offensichtlich Fische einer gewissen Größe bevorzugt.

Die Lachse mit ihren nahezu 70 Zentimetern Körperlänge fielen aus diesem Raster heraus. Sie laichen hoffentlich in den kommenden Tagen in der Nister ab, sodass es – wenn alles gut geht – bald wilden Nachwuchs im Westerwald gibt.

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Westerwälder Zeitung zieht zum Tag des Fisches Resümee

Zum Tag des Fisches brachte die Westerwälder Zeitung einen sehr guten Artikel unter dem Titel “Längst nicht alle Fische können aufamten” zum Zustand der Gewässer im Westerwaldkreis. Dafür interviewte Redakteur Markus Kratzer den Arge-Nister-Vorsitzenden Manfred Fetthauer. Herausgekommen ist ein unserer Ansicht nach sehr interessanter und gut verständlicher Text, der die wichtigsten Dinge auf den Punkt bringt. Ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen: Der Kilometer Renaturierung Fließgewässer in Bayern kostete 180.000 Euro (nicht, wie fälschlich angegeben, 580.000 Euro).

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Nasen – Weidetiere des Fließgewässers

Wo Nasen sind, ist das Gewässer sauber, titelte die Westerwälder Zeitung im Juni 2012. Diese Beobachtung von Manfred Fetthauer wird derzeit wissenschaftlich belegt.

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Foto: Eine deutliche Spur von Nasenfraß auf einem veralgten Stein

Dort wo Nasen in der Nister stehen, sind die Kiesbänke sauber abgefressen. Kein Algenbewuchs ist dort auf den Steinen zu sehen. Das bedeutet, dass die Algen hier nicht blühen können, der Sauerstoffgehalt in für die Lebewesen im Fluss optimalen Bereichen bleibt, ebenso wie der pH-Wert.

Nicht zuletzt deshalb wird der Nasenbestand gerade im Rahmen des BLE-Projekts wissenschaftlich untersucht. Durch Biomanipulation – in diesem Fall von Menschen gesteuerten Fischbesatz – soll der Nasenbestand aufgestockt werden. Denn bisher geht der Nasenbestand besonders in den ungestörten, von Menschen unbewohnten Abschnitten der Nister gegen Null.

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Foto: Nasen schaben mit ihren unterständigen Maul die Algen sauber vom Untergrund

Die ARGE macht dafür die Rückkehr des Kormorans hauptverantwortlich, stößt mit dieser These aber nach wie vor bei den großen Naturschutzverbänden BUND und Nabu auf Widerstand. Dort machten Vogelschützer und -liebhaber den Kormoran 2010 zum Vogel des Jahres.

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Forellen 2014 wachsen und gedeihen

Täglich ein bisschen größer werden die kleinen Forellen in der Anlage in Burbach. Vor wenigen Monaten aus rosa Eiern geschlüpft, bekommen die Jungfische inzwischen bereits „Babynahrung 2“, etwas grobkörnigeres Pulver zur Fischernährung. Wie die Großen stellen sie sich in die stetige Strömung, die die Becken durchfließt. Nur wenige der kleinen Fische sind bisher gestorben, was ein gutes Zeichen ist.

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Manfred Fetthauer füttert die Tiere täglich und sieht nach dem Rechten. Zusammen mit Maja Wagener säubert er am Wochenende die Abflüsse und Becken, salzt nach Bedarf und sorgt so dafür, dass die Fische die besten Voraussetzungen für ein  langes und gesundes Leben haben.

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Auf viele Kleinigkeiten müssen die Fischzüchter achten: dass die Strömung rechts herum fließt und nicht zu stark und nicht zu schwach ist. Dass der Sauerstoffgehalt im Wasser immer ausreichend hoch ist. Dass genügend, aber auch nicht zu viel Wasser im Becken ist. Dass die Temperatur stimmt. Dass die Fische das richtige Futter in genau der richtigen Menge bekommen. All diese Faktoren werden immer wieder an die Forellen angepasst. Denn mit jeder Woche, in der die Fische größer werden, verändern sich die Bedürfnisse. Keine ganz leichte Aufgabe, aber eine, die großen Spaß macht!

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Natriumchlorid, also ganz normales Kochsalz, wird dem Wasser etwa ein bis zwei Mal im Monat zugegeben. Es wird in einem Eimer Wasser aufgelöst (hier von einer jungen Helferin) und mit der Strömung langsam ins Becken gegeben. Das Salz macht die Fische widerstandsfähiger und sorgt dafür, dass sie gesund bleiben

Forellen 2014 bevölkern Nister


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Zufrieden beobachteten Manfred Fetthauer und Maja Wagener, wie sich die kleinen Bachforellen in die Strömung der Nister stellten.
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Eimerweise hatten sie die Jungfische an dem sonnigen Apriltag an verschiedenen Stellen und Rauschen in den kleinen Westerwälder Fluss eingesetzt. Nach all den Monaten der Hege und Pflege war das ein besonderer Moment. Denn nur, wenn sich die Bachforellen sofort im Bachbett verteilen, sich hinter Steinen verbergen und in die Strömung stellen, haben sie gute Voraussetzungen für das Leben in Freiheit. Die etwa drei Zentimeter großen Jungfische passten sich sofort an.

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Etwa 2000 Fische verteilten die beiden an diesem Tag. Weitere Bachforellen wurden von den Pächtern weiterer Nisterabschnitte abgeholt und ausgesetzt. Auch in Fließgewässern in Westerburg und Weyerbusch leben nun Burbacher Forellen. In den kommenden Wochen werden bis auf etwa 1000 Forellen alle in die Nister und ihre Nebengewässer eingesetzt. Die restlichen Bachforellen dienen als Wirte für die Glochidien der Flusspermuscheln, die auch in diesem Jahr wieder gewonnen werden.

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Zauberhafte Bilderbücher

Zwei zauberhaft bebilderte Bücher mit Bezug zur Nister schrieb Uta Ecker aus Leichlingen. Die Autorin wurde 1952 in Teltow/Berlin geboren, studierte Biologie in Bonn und Heidelberg. Uta Ecker hat lange Zeit als Ökobiologin gearbeitet. Mit der ARGE Nister verbindet sie eine gute Freundschaft.

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Fridolin der Wanderfisch schildert den Lebenslauf einer Meerforelle, die als Wanderfisch große Strecken zurücklegt. Beginnend als Jungfisch im Süßwasser  folgt sie den Flußläufen – wie zum Beispiel der Nister – ins Meer, um nach mehreren Jahren als ausgereifter Fisch zum Ablaichen in diejenigen Flüsse zurück zu finden, aus denen sie stammt.

Die Ereignisse im Lebenslauf sind biologisch korrekt wiedergegeben, jedoch kindgerecht dargestellt. Die Illustrationen sind Aquarelle, die von der Autorin angefertigt wurden.
Dieses Buchwird vom Rheinischen Fischereiverband 1880 e.V. empfohlen. Es richtet sich vor allem an die Verbandsjugend, aber auch an alle naturkundlich interessierten Kinder, und natürlich an all jene, die Tiergeschichten lieben.

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Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren können das Buch schon selbst lesen. Es kann für 11,80 Euro im Buchhandel bestellt werden (ISBN-10: 3-8334-9518-9)

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Der Brave Wilderich erzählt aus dem Leben einer Groppe. Dieser kleine Fisch lebt normalerweise räuberisch am Grund von Bächen und Flüssen.
Wilderich ist ein sehr abenteuerlustiger Groppen-Mann, der so tut, als wäre er ganz brav, was aber natürlich nicht stimmt. So erlebt er einige Überraschungen und muss viele gefährliche Situationen meistern. Er trifft andere Tiere, beobachtet, wie die Menschen seinen Fluss verändern und übersteht heftige Unwetter. Wilderich treibt aber auch selber Unfug, ist tollkühn und ärgert seine Umgebung, die sich das nicht gefallen lässt.

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Dieses Buch richtet sich an alle naturkundlich interessierten Kinder im Grundschulalter, und natürlich an all jene, die Tiergeschichten lieben. Auch hier sind die Illustrationen Aquarell-Bilder, die von der Autorin angefertigt wurden. Das Buch ist für 7,90 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN-10: 3-7322-0793-5).

Schon die Kleinsten an das Thema Nister heranzuführen …

… hat der Autor dieses wunderbaren Bilderbuchs im Sinn.
Pini und Kunibert

Dr. Albert-Ulrich Lerner, langjähriges ARGE-Nister-Mitglied und Edelkrebsexperte, schrieb das wunderschöne Bilderbuch „Pini und Kunibert – Kinder vom kleinen Bach“ für seinen Enkel Tristan. Bei der Taufe des kleinen Jungen überreichte er das fertige Exemplar. Die Illustrationen wurden von Lerners Bruder Titus  gestaltet, einem bekannten Westerwälder Künstler. Engagiert im Artenschutz  – zum Beispiel bei Initiierung und Pflege des Edelkrebswiederansiedlungsprojekts – und Naturschutz im Westerwald, möchte der Dr. Lerner mit seinem Buch schon die Kleinsten für die Natur begeistern.

Er selbst sagt dazu: „Den Kindern den Weg zur Natur zeigen ist ein Anliegen  meines Kinderbuches. Mein Bruder  Titus  konnte den Text mit natürlichen Bildern  einrahmen. Erstmalig habe ich  es gewagt mit einem Edelkrebs einen neuen Hauptdarsteller in der Kinderbuchwelt zu präsentieren. Es gilt  durch spannende Erlebnisse der kleinen  Bachbewohner direkt vor unserer Haustür  das Interesse  der Kinder  an der Natur  zu wecken. Der  kleine Bach ist überall in unserem Land  direkt vor unserer Haustür. Vielleicht auch für Kindergarten und Schule ein Beitrag zur Umweltpädagogik. Wenn Kinder den Weg zur Natur finden müssen wir um die Erde keine Sorge haben.“ Das  Buch kann für 12 Euro direkt beim CMZ Verlag  bestellt werden.

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Bericht der Westerwälder Zeitung vom 13.12.2013