Jahr: 2017

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BfN-Projekt eingeweiht

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Mit vielen illustren Gästen wurde auf dem „Hahnhof“ in Weidenacker bei Wissen das Projekt „Integrativer Artenschutz aquatischer Verantwortungsarten an der Nister“ (Intasaqua) vorgestellt. Auf Initiative der ARGE Nister, Betreiben der Universität Koblenz-Landau, allen voran Dr, Carola Winkelmann, und im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz  werden sich in Zukunft verschiedene Wissenschaftler offiziell und mit insgesamt 1,2 Mio. Euro für den Schutz der Nister einsetzen. (to be continued …)

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Mehr Information geben vorerst die Artikel der Siegener Zeitung und des AK-Kuriers.

 

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Neuer Graben offiziell eröffnet

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Längst tummeln sich Jungfische vieler Arten wie Hasel, Nase und Döbel in dem im Januar 2017 neu angelegten Gewässer: Zur offiziellen Eröffnung des Bewässerungsgrabens an der Nister in Stein-Wingert kamen zur Freude von Manfred Fetthauer, 1. Vorsitzender der ARGE Nister, Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, und Sonja Dingeldein, die gemeinsam mit Thomas Meuer (beide SGD Nord) das Projekt betreut.

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Als „Kinderstube“ der Nister wurde der Graben angelegt. Er trennt sich auf einer Strecke von ca. 650 Metern von dem Mittelgebirgsbach. In dem etwa einen bis eineinhalb Meter breiten Gewässer haben die Verantwortlichen Bereiche mit hoher Fließschwindigkeit angelegt. Daneben gibt es ruhigere Zonen und Randstrecken mit Kies, wie ihn die Bach- und Flussperlmuscheln als Lebensraum bevorzugen.

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In dem guten halben Jahr haben sich bereits viele heimische Fische, Reptilien und Amphibien sowie viele Kleinstlebewesen in dem Nebengewässer angesiedelt. Bei einer kurzen Elektrobefischung präsentierte Manfred Fetthauer, wie hoch die Artenvielfalt nach so kurzer Zeit bereits ist. Dr. Ulrich Kleemann zeigte sich zufrieden mit der guten Arbeit, die die SGD mit der ARGE hier geleistet hatte.

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Im Januar war der jahrhundertealte Wiesenbewässerungsgraben der Stein-Wingerter Bauern mit Bagger und großem Gerät ausgeräumt und so wiederbelebt worden. 600 junge Erlen wurden am Ufer gepflanzt, um später einmal den so lebenswichtigen Schatten zu spenden. In diesem Jahr sorgt meterhohes Springkraut für die nötige Beschattung. Doch schon siedeln sich einheimische Uferpflanzen wie Brennnessel, Mädesüß und der hier häufigen Sumpfschafgarbe an, die in den kommenden Jahren den Neophyten verdrängen werden.

Weitere Informationen gibt die Pressemitteilung der SGD Nord.

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Kick-off-Workshop für neues Projekt

Kick-off-Workshop des Projektes Integrativer Artenschutz aquatischer Verantwortungsarten (INTASAQUA, BfN)

Das neue Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben zielt auf den Gewässerschutz und damit den Erhalt der ausserordentlich hohen aquatischen Diversität an der Nister im Westerwand, denn hier findet man neben vielen bedrohten Arten (Bachmuschel, Lachs, Äsche) das letzte Vorkommen der Flußperlmuschel in Rheinland-Pfalz. Daher soll in einem integrativen Ansatz das Gewässer, sein Umland und die Wasserorganismen geschützt werden. In der momentan geförderten Voruntersuchung wird die Situation analysiert, ein Sanierungsplan erstellt und ein Monitoringprogramm entwickelt.
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In einem Kick-off Workshop trafen sich die beiteiligten Wissenschaftler und Bearbeiter um das Untersuchungsdesign zu spezifizieren und einheitliche Analysemethoden festzulegen. Eine Geländebegehung und die Demonstration verschiedener Messmethoden durfte dabei natürlich nicht fehlen.
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Projektpartner:
TU München, Lehrstuhl Aquatische Systembiologie (Prof. J. Geist)
ARGE Nister e.V.
Kreisverwaltung Altenkirchen

(Quelle Text: Universität Koblenz-Landau
Bilder: Manfred Fetthauer)

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Nasen und Nachwuchs

Nasen sind für die Reinhaltung der Nister sehr wichtig. Mit ihrem unterständigen, verhornten Maul schaben die Großfische Algen vom Untergrund des Fließgewässers ab. Gut zu sehen sind die Fraßspuren auf einem Laptop, das ARGE-Nister-Mitglied Kim Wortelkamp auf dem Flussgrund fand und fotografierte.

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Foto: Kim Wortelkamp

Für den Kormoran sind die Wasserbewohner ein wichtiges Nahrungsmittel. Das führte in den vergangenen 18 Jahren dazu, dass es immer weniger Nasen in der Nister gab. Deshalb stehen die trächtigen Nasenweibchen in der Laichzeit unter besonderer Beobachtung der ARGE Nister und ihrer Mitglieder. Frank Steinmann sind wunderschöne Unterwasseraufnahmen gelungen. Sie zeigen laichbereite Nasen und deren Eier.

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Laichbereite Nasen (Fotos: Frank Steinmann)

Die unteren vier Aufnahmen sind an der Brücke in Stein-Wingert entstanden._J1A2657 _J1A2686 _J1A2865 _J1A26892Fotos: Frank Steinmann

Daneben arbeiten die Naturschützer seit einigen Jahren daran, in der Anklage in Stein-Wingert eigenen Nachwuchs zu züchten. Da Nasen in Rauschen, stark bewegtem Wasser, ablaichen, verkleben die Eier stark. So haften sie sicher an Steinen, während sie vom sauerstoffreichen Wasser umspült werden. Zum ersten Mal gelang es in der Zucht, diese starken Verklebungen zu lösen, sodass nun Jungnasen in die Nister ausgesetzt werden konnten. Manfred Fetthauer, unter dessen Fittichen die kleinen Fische stehen, veröffentlicht erstmals Aufnahmen der gelungenen Nachzucht.

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Larven im Glas (F
oto: Manfred Fetthauer)

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Zum dritten Mal motivierte Teilnehmende

31 motivierte und interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen heute, am zweiten Tag des dritten Gewässerseminar der Uni Koblenz-Landau, Stein-Wingert. Zum Teil waren sie weit gefahren, um hier in die Grundlagen und Details der mittelgebirgischen Fließgewässerökologie eingeweiht zu werden. Den weitesten Anfahrtsweg hatte wahrscheinlich der Teilnehmer von der Naturschutzstation Wattenmeer in Norderney.

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Der milde April-Tag begrüßte seine Gäste schon morgens mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem Einstiegstag im Labor der Koblenzer Hochschule unter der Leitung von Dr. Carola Winkelmann stand nun Gewässerpraxis an der frischen Luft auf dem Programm. Nach dem Besuch in der Anlage in der Stein-Wingerter Au, wo Manfred Fetthauer Naseneier präsentierte und die schwierige Aufzucht der Jungnasen skizzierte, ging es an die Steinerne Brücke.

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Bis Mittag lernte die Gruppe sieben der neun versprochenen Fischarten kennen, darunter die Ukelei, die Groppe und den Döbel. Lebensweise, bevorzugte Nahrung und die jeweilige Aufgabe  im Ökosystem wurden besprochen. Verpflegt wurden die Gewässerfachleute über den Tag aufs Köstlichste von Resi Fetthauer im Dorfgemeinschaftshaus in Stein-Wingert.

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Zu Gast war wieder einmal das SWR-Fernsehen. Wer heute (04.04.2017) liest, findet sicher einen kleinen Beitrag ab morgen Mittag in SWR RLP aktuell.

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Nachklang zum Besuch der Naturschutzwarte

2016 waren die Naturschutzwarte des Westerwaldvereins zu Besuch bei der ARGE Nister. In einem ausführlichen Bericht lassen Hartmut König, Fachbereichsleiter für Natur- und Umweltschutz des Westerwaldvereins, und Manfred Fetthauer, 1. Vorsitzender der ARGE Nister, die schöne Veranstaltung noch einmal Revue passieren.

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Nistervertrag in Feierstunde unterzeichnet

Viel wurde über die feierliche Unterzeichnung des Nisterprogramms berichtet. Die ARGE Nister freut sich sehr über die Unterstützung bei der Arbeit für den Erhalt der Flussperlmuschel. Eine mutmachende Neuigkeit gibt es in dem Zusammenhang bereits zu berichten: Unser Fachmann für Muscheln, Biologe Roman Hugo, fand Ende März 2017 an einer neuen Stelle eine lebende Flussperlmuschel. Dafür arbeiten wir.

https://sgdnord.rlp.de/de/service/pressemitteilungen/detail/news/detail/News/sgd-nord-vereinbarung-zum-nisterprogramm-unterzeichnet/

http://www.ak-kurier.de/akkurier/www/artikel/56194-nisterprogramm-wurde-in-einer-feierstunde-unterzeichnet

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/westerwald_artikel,-ministerin-unterzeichnet-vertrag-nisterprogramm-soll-flussperlmuschel-retten-_arid,1626049.html

http://www.spd-mörlen.de/meldungen/aus-der-internetzeitung-ww-kurier-de-nisterprogramm-wurde-in-einer-feierstunde-unterzeichnet/

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„Wenn der Fluss krank ist“ – Drittes Gewässerseminar mit der Uni Koblenz

Zum Sommersemester 2017 bietet die Universität Koblenz-Landau gemeinsam mit Manfred Fetthauer von der ARGE Nister zum dritten Mal eine Fortbildungsmaßnahme für Mitarbeiter des haupt- und ehrenamtlichen Natur- und Gewässerschutzes an. Das Seminar „Gewässerökologie und Gewässerschutz“ findet am 3. und 4. April 2017 statt, Anmeldeschluss ist der 15. März 2017.

Zwei erfolgreiche Durchgänge im Jahr 2016 mit insgesamt rund 60 Teilnehmer haben gezeigt: Das Interesse an Gewässerökologie und Gewässerschutz sowie der Bedarf an fachlich fundierter Weiterbildung, die aktuelle Probleme und moderne Konzepte des Gewässerschutzes thematisiert, ist groß. Viele Fließgewässer in Deutschland sind gegenwärtig von den Zielen der bis 2027 umzusetzenden Wasserrahmenrichtlinie noch weit entfernt. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es weiterhin großer Anstrengungen aller beteiligten Akteure, der Landwirtschaft und der Kläranlagenbetreiber ebenso wie der Umweltbehörden und der Fischereiverbände.

Am Beispiel des Flusses Nister im nördlichen Rheinland-Pfalz führt die Leiterin der Arbeitsgruppe Fließgewässerökologie an der Universität Koblenz-Landau, Dr. Carola Winkelmann, den Seminarteilnehmern vor Augen, dass nicht pauschale Maßnahmenplanungen am ‚grünen Tisch‘ zum Erfolg führen können, sondern dass jeder Fluss und jeder Bach individuell hinsichtlich seiner hydrogeographischen und ökologischen Ausgangslage wie seiner anthropogenen Gefährdungen analysiert und dem entsprechend auch ‚therapiert‘ werden muss. Dies setzt ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz in der Beurteilung des ökologischen Zustands eines Gewässers wie auch für geeignete Maßnahmenplanungen voraus.

Hierzu will auch das Seminar im April 2017 wieder beitragen, das in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Limnologie e.V. sowie dem Gewässerschutzverband ARGE Nister / Obere Wied e.V. durchgeführt wird. Teilnehmen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des haupt- und ehrenamtlichen Natur- und Gewässerschutzes, aus Umweltbehörden, der Wasserwirtschaftsverwaltung, von Fischerei- und Naturschutzverbänden sowie Gewässerschutzbeauftragte in Industrie- und Versorgungsunternehmen. Grundkenntnisse in Gewässerökologie werden vorausgesetzt.

30 Plätze sind für das Seminar am 03./04. April 2017 an der Universität in Koblenz zu vergeben, die Teilnahmegebühr beträgt 240,00 Euro. Weitere Informationen gibt es online unter https://www.uni-koblenz-landau.de/de/zfuw oder bei Norbert Juraske unter umwelt@uni-koblenz.de sowie 0261 287 1520.

(Text: Uni Koblenz)

 

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Nister zwischenzeitlich zugefroren

In den vergangenen eiskalten Tagen fror die Nister an manchen Stellen zu. Andernorts bildeten sich zauberhafte Eisskulpturen.

Die Bewohner des Fließgewässers stört die Kälte jedoch kaum, solange der Fluss nicht überall und nicht bis zum Grund zufriert. Fische suchen tiefere, ruhige Stellen auf, wo die Wassertemperatur konstant 4 Grad Celsius beträgt. Das liegt daran, dass Wasser bei dieser Temperatur die größte Dichte hat und auf den Flussgrund sinkt. Dazu reduzieren viele Fische ihre Aktivität und damit ihren Energieverbrauch im Winter.