Alle Artikel in: Forschung

Titel_IMG_4571_1024

Freeze Coring an der Nister

Im Mai 2016 haben wir Gefrierkerne („Freeze Cores“) aus unseren beiden Versuchsstrecken an der Nister gezogen. Die Freeze Coring-Methode ermöglicht es, ungestörte Sedimentproben aus verschiedenen Tiefenhorizonten des Interstitials zu gewinnen. Dazu wird zunächst eine etwa 0,5 Meter lange Hohllanze in die Gewässersohle eingeschlagen.
thumb_IMG_4571_1024
Anschließend wird 15 Minuten lang Flüssigstickstoff (-196°C) in die Lanze hineingeleitet, wodurch ein zylindrischer Probenkörper an der Lanze festfriert. Dieser Gefrierkern wird mithilfe eines Kettenzugs mit Dreibein geborgen.
thumb_IMG_4582_1024
Danach werden die einzelnen Sedimentschichten (0-10 cm, 10-20 cm und 20-30 cm Tiefe) mit Hammer und Meißel abgeschlagen.
thumb_IMG_4583_1024 2
Später wird im Labor die Korngrößenverteilung jeder Probe mittels Nasssiebung bestimmt. Uns interessiert insbesondere der Feinsedimentanteil (Fraktionen < 2 mm) sowie der Anteil an organischer Substanz im Feinsediment, da sich daraus Schlüsse zur Verstopfung des Interstitials ableiten lassen.

gesiebte Probe

ARGE_9298

Sedimentproben entnommen

Dr. Dirk Hübner vom Büro für fisch- und gewässerökologische Studien (BFS) nahm kürzlich gemeinsam mit Dr. Jörg Schneider, ebenfalls BFS, und Manfred Fetthauer Sedimentproben aus dem Bachbett der Nister. In Wasserproben aus verschiedenen Bodentiefen wurden unter anderem Sauerstoffgehalt und pH-Wert gemessen.
ARGE_9285 ARGE_9298
Dafür hatte Dirk Hübner an einigen Stellen in der Nister Schläuche in einer Tiefe von 10, 20 und 30 Zentimetern vergraben.
ARGE_9253 ARGE_9313
Schon die ersten Messwerte wie Sauerstoffgehalt und pH-Wert zeigten, dass der Algenbewuchs an manchen Stellen der Nister inzwischen tatsächlich bedrohliche Ausmaße annimmt.
Daneben wurden Sedimentproben sichergestellt, die in der Universität Koblenz-Landau gewässerbiologisch untersucht werden. Dafür wurden unter anderem auch einige Wochen zuvor Drahtgitterkörbe mit sauberem Kies in den Grund der Nister eingegraben. und nun, nach einem bestimmten Zeitabstand, wieder entnommen. Der Algenbewuchs und die Ablagerungen, die in der begenzten Zeit im Kiesbett gelandet sind, geben im Idealfall Aufschluss über den Zustand des Flusses. Zwei Stellen an der Nister besuchten die Biologen dabei.
ARGE_9251 ARGE_9273 ARGE_9269
Um Ergebnisse zum Algenwachstum während des Sommers zu erhalten, wurden neue Drahtgitterkörbe mit frischem Kies eingesetzt.