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GFG zu Gast an der Nister

 

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Am Donnerstag, 19.10.2017 war die Vortragsreihe ‚Gewässernachbarschaft‘ der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG)mbH aus Mainz in der Verbandsgemeinde Hachenburg zu Gast. Drei Referenten beschäftigten sich mit den Themen Wiederansiedlung der Bach- und Flußperlmuschel im Einzugsgebiet der Nister, Viehtränken und Erfolgskontrollen zu Strukturverbesserungen.

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Am Nachmittag trafen sich die ca. 45 Teilnehmer in der Anlage in Stein-Wingert, wo Dr. Carola Winkelmann von der Universität Koblenz-Landau über Lebensraum und ARGE-Nister-Projekte rund um Bachmuscheln und Flussperlmuscheln referierte und dem interessierten Publikum einige Exemplare der inzwischen seltenen Gewässerbewohner zeigen konnte.

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Informationen und Bilder: Fred Duscha, Neophytex

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„Perle unter den Gewässern“

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Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hachenburg Peter Klöckner begrüßte die Teilnehmer der ganztägigen Werkstatt am Samstagmorgen, 9. September, persönlich und dankte den Teilnehmern für ihr Engagement: „Die Nister verbindet Menschen und Dörfer.“ „Bachpaten sind Menschen mit Haltung.“ Angesichts abnehmenden Artenbestands an umliegenden Gewässern tragen sie „Sorge dafür, dass es anders bleibt und besser wird.“

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Ortsbürgermeister Christian Funk sah in der Arbeit und den Projekten der Bachpaten „Engagement und Herzblut … Öffentlichkeit und Synergien“ für die dörflichen Gemeinschaften.

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Nadine Becker, Referentin für Wasserwirtschaft im rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten übermittelte die Grüße der Ministerin Ulrike Höfken und würdigte die umfassende ehrenamtliche Arbeit in der Pflege rheinland-pfälzischer Gewässer, ihre „große Verantwortung, ihr Kümmern und ihre Achtsamkeit.“

„Leben am Bach ist Leben im Bach.“ Das hatte Gastgeber Manfred Fetthauer als Motto der Veranstaltung ausgegeben. Moderierte Tischrunden gaben Einblick, Überblick und vernetzten. Die Pflege der Gewässer ist für viele Aktive Teil der persönlichen und gemeinschaftlichen Identität. Viele sind direkt am Bach aufgewachsen, sehen die Veränderungen und bemühen sich, den natürlichen Schatz der Artenvielfalt naturnaher Gewässer zu erhalten. Erfahrene Bachpaten aus verschiedenen Regionen blickten gemeinsam auf Erfolge und Herausforderungen vergangener Jahre. Als neue Partner fanden sich Vertreter der Fischereigenossenschaft Neustadt-Wied ein, um Informationen einzuholen und Kontakte zu knüpfen, um ähnliche Projekte an ihrem Teil der Wied zu prüfen und anzugehen.
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Neben unterschiedlichen Interessen, Schwerpunkten und Herangehensweisen in Naturschutz und Artenpflege kamen die Anwesenden auf die Diskussionen und Austausch mit anderen Gewässer-Anliegern zu sprechen.

In der ausgeprägten Westerwälder Mühlenlandschaft macht der Schwallbetrieb der Kleinkraftwerke Sorge. Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei hat trotz guter Erfahrungen großes Potential. Bedarf besteht nach Abstimmung auf Augenhöhe im Einzelfall, nach guter Praxis in allen Bereichen und generellem Gewässer schonendem, überlegtem Handeln, zum Beispiel bei Feuerwehreinsätzen.

Natürlich kam das Management neuer Arten wie Kormoran und Signalkrebs zur Sprache. Möglichkeiten erweiterten Managements wie gezielte und geregelte Bejagung, Förderung von Fraßfeinden und schützender Strukturen, und differenzierterer Erhebung der Fischbestände wurde angesprochen. Walter Hammes zeigte, dass Fischbestände im besiedelten Bereich stabiler scheinen. Sie werden in den regelmäßigen Erhebungen jedoch bislang noch nicht erfasst.

Das große praktische Wissen der Aktiven an der Nister, gestützt durch fortlaufende Forschungen der Universitäten Koblenz-Landau, Marburg und der TU München, und regem bundesweiten und internationalen Austausch mit Forschungseinrichtungen, Gremien und Hochschulen, nützt auch anderen Gewässern, wie großes Interesse der Teilnehmer an der Nister und Nachfragen von Bachpaten aus dem Pfälzerwald zeigen.

Dass Bedarf besteht nach dem Expertentum und Erfahrungsschatz der Arge, nach der Anwendung und Übertragung der gesammelten Ergebnisse zeigte auch die von Bürgermeister Funk vorgetragene Idee der Ortsgemeinde, die Arbeit an der Nister durch Information der Gäste und Wanderer, ein schonendes Leitsystem im Gelände und Seminarbetrieb für überregional Interessierte und Experten, und so auch für die lokale Wirtschaft und Dorfgemeinschaften fruchtbar zu machen.

Nach gemeinsamem Mittagessen zeigten Manfred Fetthauer, Walter Hammes und die Mitglieder der Arge in Vortrag und Exkursion die Besonderheiten, den guten Zustand, die laufenden Forschungen und Projekte an der Nister, die Weidegründe von Fischbeständen unterschiedlicher Altersstufen, den erfreulichen Jungfischbestand im zu Beginn des Jahres angelegten Graben, und Zeichen des Kormoran-Fraßes im Bestand. Abschließend fand der fachliche Austausch bei Kaffee und Westerwälder Kuchen seinen Ausklang.

Naturnahe Gewässer erfüllen als wesentliche Teile unserer Landschaft lebenswichtige Aufgaben in Selbstreinigungskraft, Arten- und Hochwasserschutz. Vielen Bächen mangelt es an wichtigen natürlichen Gewässerstrukturen. Bachpatenschaften achten darauf, dass intakte natürliche Gewässerstrukturen erhalten bleiben und leiten mit den Unterhaltungspflichtigen Maßnahmen ein, erneut naturnahe Strukturen zu entwickeln.

In Rheinland-Pfalz wirken derzeit etwa 720 Bachpatenschaften tatkräftig im Schutz und der ökologischen Verbesserung der Gewässer. Naturinteressiert und naturverbunden, betreuen sie derzeit rund 2.760 Kilometer Gewässer. Damit sind sie wichtige Partner der „AKTION BLAU PLUS“ und den Gewässerunterhaltungspflichtigen. Das Aktionsprogramm des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz fördert seit 1995 erfolgreich die Wiederherstellung naturnaher Gewässer.

Ministerium und Landesamt für Umwelt laden 2017 zur Veranstaltungsreihe „Bachpatentage“ an sechs verschiedene Gewässer in Rheinland-Pfalz. (Text: Landesamt für Umwelt, Mainz)

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Neuer Graben offiziell eröffnet

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Längst tummeln sich Jungfische vieler Arten wie Hasel, Nase und Döbel in dem im Januar 2017 neu angelegten Gewässer: Zur offiziellen Eröffnung des Bewässerungsgrabens an der Nister in Stein-Wingert kamen zur Freude von Manfred Fetthauer, 1. Vorsitzender der ARGE Nister, Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, und Sonja Dingeldein, die gemeinsam mit Thomas Meuer (beide SGD Nord) das Projekt betreut.

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Als „Kinderstube“ der Nister wurde der Graben angelegt. Er trennt sich auf einer Strecke von ca. 650 Metern von dem Mittelgebirgsbach. In dem etwa einen bis eineinhalb Meter breiten Gewässer haben die Verantwortlichen Bereiche mit hoher Fließschwindigkeit angelegt. Daneben gibt es ruhigere Zonen und Randstrecken mit Kies, wie ihn die Bach- und Flussperlmuscheln als Lebensraum bevorzugen.

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In dem guten halben Jahr haben sich bereits viele heimische Fische, Reptilien und Amphibien sowie viele Kleinstlebewesen in dem Nebengewässer angesiedelt. Bei einer kurzen Elektrobefischung präsentierte Manfred Fetthauer, wie hoch die Artenvielfalt nach so kurzer Zeit bereits ist. Dr. Ulrich Kleemann zeigte sich zufrieden mit der guten Arbeit, die die SGD mit der ARGE hier geleistet hatte.

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Im Januar war der jahrhundertealte Wiesenbewässerungsgraben der Stein-Wingerter Bauern mit Bagger und großem Gerät ausgeräumt und so wiederbelebt worden. 600 junge Erlen wurden am Ufer gepflanzt, um später einmal den so lebenswichtigen Schatten zu spenden. In diesem Jahr sorgt meterhohes Springkraut für die nötige Beschattung. Doch schon siedeln sich einheimische Uferpflanzen wie Brennnessel, Mädesüß und der hier häufigen Sumpfschafgarbe an, die in den kommenden Jahren den Neophyten verdrängen werden.

Weitere Informationen gibt die Pressemitteilung der SGD Nord.

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Kick-off-Workshop für neues Projekt

Kick-off-Workshop des Projektes Integrativer Artenschutz aquatischer Verantwortungsarten (INTASAQUA, BfN)

Das neue Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben zielt auf den Gewässerschutz und damit den Erhalt der ausserordentlich hohen aquatischen Diversität an der Nister im Westerwand, denn hier findet man neben vielen bedrohten Arten (Bachmuschel, Lachs, Äsche) das letzte Vorkommen der Flußperlmuschel in Rheinland-Pfalz. Daher soll in einem integrativen Ansatz das Gewässer, sein Umland und die Wasserorganismen geschützt werden. In der momentan geförderten Voruntersuchung wird die Situation analysiert, ein Sanierungsplan erstellt und ein Monitoringprogramm entwickelt.
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In einem Kick-off Workshop trafen sich die beiteiligten Wissenschaftler und Bearbeiter um das Untersuchungsdesign zu spezifizieren und einheitliche Analysemethoden festzulegen. Eine Geländebegehung und die Demonstration verschiedener Messmethoden durfte dabei natürlich nicht fehlen.
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Projektpartner:
TU München, Lehrstuhl Aquatische Systembiologie (Prof. J. Geist)
ARGE Nister e.V.
Kreisverwaltung Altenkirchen

(Quelle Text: Universität Koblenz-Landau
Bilder: Manfred Fetthauer)

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Zum dritten Mal motivierte Teilnehmende

31 motivierte und interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen heute, am zweiten Tag des dritten Gewässerseminar der Uni Koblenz-Landau, Stein-Wingert. Zum Teil waren sie weit gefahren, um hier in die Grundlagen und Details der mittelgebirgischen Fließgewässerökologie eingeweiht zu werden. Den weitesten Anfahrtsweg hatte wahrscheinlich der Teilnehmer von der Naturschutzstation Wattenmeer in Norderney.

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Der milde April-Tag begrüßte seine Gäste schon morgens mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem Einstiegstag im Labor der Koblenzer Hochschule unter der Leitung von Dr. Carola Winkelmann stand nun Gewässerpraxis an der frischen Luft auf dem Programm. Nach dem Besuch in der Anlage in der Stein-Wingerter Au, wo Manfred Fetthauer Naseneier präsentierte und die schwierige Aufzucht der Jungnasen skizzierte, ging es an die Steinerne Brücke.

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Bis Mittag lernte die Gruppe sieben der neun versprochenen Fischarten kennen, darunter die Ukelei, die Groppe und den Döbel. Lebensweise, bevorzugte Nahrung und die jeweilige Aufgabe  im Ökosystem wurden besprochen. Verpflegt wurden die Gewässerfachleute über den Tag aufs Köstlichste von Resi Fetthauer im Dorfgemeinschaftshaus in Stein-Wingert.

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Zu Gast war wieder einmal das SWR-Fernsehen. Wer heute (04.04.2017) liest, findet sicher einen kleinen Beitrag ab morgen Mittag in SWR RLP aktuell.

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Nachklang zum Besuch der Naturschutzwarte

2016 waren die Naturschutzwarte des Westerwaldvereins zu Besuch bei der ARGE Nister. In einem ausführlichen Bericht lassen Hartmut König, Fachbereichsleiter für Natur- und Umweltschutz des Westerwaldvereins, und Manfred Fetthauer, 1. Vorsitzender der ARGE Nister, die schöne Veranstaltung noch einmal Revue passieren.

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Nistervertrag in Feierstunde unterzeichnet

Viel wurde über die feierliche Unterzeichnung des Nisterprogramms berichtet. Die ARGE Nister freut sich sehr über die Unterstützung bei der Arbeit für den Erhalt der Flussperlmuschel. Eine mutmachende Neuigkeit gibt es in dem Zusammenhang bereits zu berichten: Unser Fachmann für Muscheln, Biologe Roman Hugo, fand Ende März 2017 an einer neuen Stelle eine lebende Flussperlmuschel. Dafür arbeiten wir.

https://sgdnord.rlp.de/de/service/pressemitteilungen/detail/news/detail/News/sgd-nord-vereinbarung-zum-nisterprogramm-unterzeichnet/

http://www.ak-kurier.de/akkurier/www/artikel/56194-nisterprogramm-wurde-in-einer-feierstunde-unterzeichnet

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/westerwald_artikel,-ministerin-unterzeichnet-vertrag-nisterprogramm-soll-flussperlmuschel-retten-_arid,1626049.html

http://www.spd-mörlen.de/meldungen/aus-der-internetzeitung-ww-kurier-de-nisterprogramm-wurde-in-einer-feierstunde-unterzeichnet/

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Nister zwischenzeitlich zugefroren

In den vergangenen eiskalten Tagen fror die Nister an manchen Stellen zu. Andernorts bildeten sich zauberhafte Eisskulpturen.

Die Bewohner des Fließgewässers stört die Kälte jedoch kaum, solange der Fluss nicht überall und nicht bis zum Grund zufriert. Fische suchen tiefere, ruhige Stellen auf, wo die Wassertemperatur konstant 4 Grad Celsius beträgt. Das liegt daran, dass Wasser bei dieser Temperatur die größte Dichte hat und auf den Flussgrund sinkt. Dazu reduzieren viele Fische ihre Aktivität und damit ihren Energieverbrauch im Winter.

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Zweites Gewässerseminar erfolgreich, drittes geplant

Auch das zweiten Seminar „Gewässerökologie für Naturschutzpraktiker“, dass vom Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der Uni Koblenz Landau, der Deutschen Gesellschaft für Limnologie und der Arge Nister angeboten wurde, war mit 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wasserwirtschaft und Naturschutz wieder ausgebucht. Unter der Leitung von Dr. Carola Winkelmann wurden am ersten Tag in den Räumen der Universität in Koblenz unter anderem die Themen Lebensräume Fliessgewässer, natürliche Steuer- und Regelprozesse in Fließgewässern, anthropogene Stressoren und Gewässerschutz aus wissenschaftlicher Sicht behandelt.

Der zweite Tag stand im Zeichen der Praxis. Während einer Exkursion an die Nister erläuterte Manfred Fetthauer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Nister unter dem Titel „Selbstreinigungskraft – eine verlorene Funktion unserer Gewässer“ die momentan problematische Situation an der Nister. Sei dem Auftreten des Kormorans am Gewässer sind vermehrt Algenblüten zu beobachten, die auch die Bestände seltener Arten (Atlantischer Lachs, Flussperlmuschel) bedrohen. Fetthauer prognostizierte, dass die Ziele der bis 2027 umzusetzenden Wasserrahmenrichtlinie unter den gegebenen Umständen wohl nicht erreicht werden – und das sei nicht nur an der Nister der Fall.
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Foto: Eva Maria Finsterbusch, Landesamt für Umwelt

Anschließend ging es dann zu einer kurzen Elektrobefischung und Artbestimmung an die Nister, danach an die Forschungstrecke des BIOEFFKT-Projektes. Hier konnte Manfred Fetthauer den erstaunten Teilnehmern zeigen, wie Fische die Algen abweiden. Anhand von Kleinstlebewesen zeigte Dr. Winkelmann, dass das Gewässer sich insgesamt in einem Schwebezustand zwischen Gut und Schlecht befindet, aber in der Strecke mit Fischen bessere Lebensbedingungen herrschen.

Fazit einer Teilnehmerin zum Schluss: „Ich bin froh das ich an diesem Seminar teilgenommen habe. 20 Jahre nach meinem Studium gibt es doch viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die dazu beitragen können, unserer Nachwelt bessere Gewässer zu hinterlassen.“

Aufgrund der regen Nachfrage ist eine Wiederholung des Seminars im April 2017 geplant.