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Trauer um Lothar Jörgensen

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Liebe Mitglieder und Freunde der ARGE Nister,

wir trauern um

Lothar Jörgensen,
Fischereibiologe und Fischerei-Referent bei der SGD Nord in Koblenz,

der am am Freitag, 22. Juli, 15 Uhr, nach sehr kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

Lothar Jörgensen war uns lange Jahre ein kompetenter, wichtiger Ansprechpartner und wurde in der Zeit der gemeinsamen Zusammenarbeit zu einem guten Freund. Unermüdlich setzte er sich für den Gewässerschutz an der Nister ein, war jederzeit für uns da und brachte viele wichtige Projekte auf den Weg.

Mit ihm verlieren wir einen wichtigen Berater, Unterstützer und sehr angenehmen Menschen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

In tiefer Trauer

Manfred Fetthauer
Erster Vorsitzender der ARGE Nister e.V.

Stein-Wingert im Juli 2016

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Steinmann-Foto auf Fachzeitschrift

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Bei der Lachs-Kontrollbefischung der ARGE Nister im November 2014 gelangen Frank Steinmann außergewöhnliche Unterwasseraufnahmen von zurückgekehrten geschlechtsreifen Lachsen in der Nister. Nun zierte eines der “sensationellen Fotos eines Lachspaares” den Titel der Septemberausgabe der Fachzeitschrift “gewässer-info – Magazin zur Gewässerunterhaltung und Gewässerentwicklung”. Das Organ der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) schreibt dazu: “Der Nachweis von Rückkehrern ist vor allem ein Erfolg der jahrelangen Wiederansiedlungsbemühungen und eine Bestätigung der Arbeit der ehrenamtlichen und behördlichen Lachsfreunde in Rheinland-Pfalz.“

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Drei Lachsrückkehrer gesichtet

Insgesamt drei paarungswillige Lachse – zwei Männchen und Weibchen – gingen den Engagierten der Arge Nister bei zwei halbtägigen Kontrollbefischungen ins Netz. Sie hatten den Weg aus dem Meer durch die Fließgewässer in Deutschland unbeschadet und erfolgreich überstanden. Für die Naturschützer waren die Fänge erfreuliche Momente einer ansonsten eher erschreckenden Fahrt.

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Denn auf weiten Strecken war die Nister nahezu leer. Kilometerweit höchstens mal ein oder zwei Fische, oft kein einziger: Mehr reagierten nicht auf den leichten Strom, mit dem Wasserbewohner wie Nasen, Döbel, Forellen und Lachse bei den Kontrollbefischungen kurzzeitig betäubt werden. Selbst ein Laie bemerkte schnell, dass es die unbewohnten Streckenabschnitte waren, an denen kein Fisch auftauchte. Der Unterschied zu den Abschnitten durch Dörfer oder an Häusern vorbei war zu deutlich. Dort reagierten häufig fast schon Schwärme von Fischen. Zudem waren viele Gruppen dort an etwas entfernten Stellen gut im Wasser zu sehen.

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Unter den kontrollierten Fischen waren entweder größere (über 45 Zentimeter) oder kleine (bis 20 Zentimeter). Der “Mittelstand fehlte” – auch das ein Hinweis auf den Kormoran, der ganz offensichtlich Fische einer gewissen Größe bevorzugt.

Die Lachse mit ihren nahezu 70 Zentimetern Körperlänge fielen aus diesem Raster heraus. Sie laichen hoffentlich in den kommenden Tagen in der Nister ab, sodass es – wenn alles gut geht – bald wilden Nachwuchs im Westerwald gibt.

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Lachseinsatz vom ZDF gefilmt

Besondere Gäste begleiteten die ARGE Nister beim jüngsten Lachsbesatz: Während 50.000 etwa fünf Zentimeter lange Einsömmeringe ihre neue Heimat in der Nister fanden, filmte Kameramann Martin Wampl die Aktion fürs ZDF. Den Beitrag von Redakteur Peter Böhmer (unten im weißen T-Shirt) strahlte das ZDF am 01.08.2013 in „heute in Deutschland“ aus.
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Jährlich werden im Rahmen des Schutzprogrammes Lachs 2020 eine bestimmte, von der Regierung finanzierte Anzahl von Junglachsen in die Nister eingesetzt. Der ursprünglich heimische Fisch wandert nach einem Jahr in den Atlantik ab, um ein oder zwei Jahre später flussaufwärts zu wandern und dort abzulaichen, wo er aufgewachsen ist.
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Es gibt immer wieder Heimkehrer, doch dank der an vielen Stellen noch schlecht durchgängigen Flüsse und holländischer Fischer, die die Lachse tonnenweise abfangen, wenn sie aus dem Meer zurückkehren, sind es längst nicht so viele, wie es sein könnten.

Die so genannten Nullplus kommen von einer Zuchtanlage an der Halsper Talsperre im Sauerland. In großen Behältern transportierte Dieter Firzlaff vom Verein Der Atlantische Lachs e.V., der auch im Fernsehbeitrag zu sehen ist,  die kleinen Lachse aus dem Sauerland nach Stein-Wingert und von dort aus an die jeweiligen Rauschen zwischen Alhausen und Marienstatt.
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Dort wurden die Jungfische aus Eimern sanft in die Strömung der Nister entlassen. Einen Teil der Jungfische übernahm Björn Eisel aus Seck, um ihn in der kleinen Nister zu verteilen.
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Nach dem Ende der Dreharbeiten ging die weitere Aktion ganz schnell. Routiniert und eingespielt arbeiteten die Mitarbeiter und jungen Helfer Hand in Hand, bevor sie schließlich am Zeltplatz in Heuzert eintrafen. Hier erwartete sie eine Überraschung: Samuel Leonhard aus Müschenbach, Küchenleiter des Brauhauses in Marienstatt, hatte für alle eine leckere Hackfleischsuppe vorbereitet.
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