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Kick-off Workshop für neues Projekt

Kick-off Workshop des Projektes Integrativer Artenschutz aquatischer Verantwortungsarten (INTASAQUA, BfN)

Das neue Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben zielt auf den Gewässerschutz und damit den Erhalt der ausserordentlich hohen aquatischen Diversität an der Nister im Westerwand, denn hier findet man neben vielen bedrohten Arten (Bachmuschel, Lachs, Äsche) das letzte Vorkommen der Flußperlmuschel in Rheinland-Pfalz. Daher soll in einem integrativen Ansatz das Gewässer, sein Umland und die Wasserorganismen geschützt werden. In der momentan geförderten Voruntersuchung wird die Situation analysiert, ein Sanierungsplan erstellt und ein Monitoringprogramm entwickelt.
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In einem Kick-off Workshop trafen sich die beiteiligten Wissenschaftler und Bearbeiter um das Untersuchungsdesign zu spezifizieren und einheitliche Analysemethoden festzulegen. Eine Geländebegehung und die Demonstration verschiedener Messmethoden durfte dabei natürlich nicht fehlen.
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Projektpartner:
TU München, Lehrstuhl Aquatische Systembiologie (Prof. J. Geist)
ARGE Nister e.V.
Kreisverwaltung Altenkirchen

(Quelle Text: Universität Koblenz-Landau
Bilder: Manfred Fetthauer)

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Gewässerkurs erfolgreich gelaufen

Mischung aus Theorie und Praxis kam sehr gut an –
Teilnehmer äußerten Wunsch nach Aufbauseminar

Als Dr. Carola Winkelmann vom Institut der Naturwissenschaften der Uni Koblenz und Manfred Fetthauer von der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Nister im Herbst 2015 bei Probeentnahmen im kalten Wasser der Nister standen, hatten sie die Idee, gemeinsam für interessierte Naturschützer ein Gewässerseminar abzuhalten. Da derzeit ein Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) an der Nister läuft, entstünden sicher viele offene Fragen zur Fliessgewässerökologie, dachten sich die beiden Gewässerexperten.

Gesagt, getan: Das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der Uni Koblenz organisierte ein zweitägiges praxisorientiertes Seminar, das in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Limnologie e.V. sowie der ARGE Nister durchgeführt wurde. Ziel war es, haupt- und ehrenamtlichen im Naturschutz tätigen Menschen die wichtigsten gewässerökologischen Grundlagen zu vermitteln.

Mehr als erstaunt waren die Organisatoren, als sich auf Anhieb 45 Interessierte für das auf 30 Teilnehmer angelegte Seminar gemeldet hatten. Fachleute aus der Wasserwirtschaft, dem Naturschutz, der Fischerei, der Industrie, dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum und einige Bachpaten kamen am ersten Tag in Koblenz zusammen. Sie waren nicht nur aus Rheinland-Pfalz, sondern sogar aus dem Schwarzwald und der Ostsee angereist.

Dr. Carola Winkelmann, die an der Universität Koblenz-Landau als Dozentin im Bereich Biologie, Angewandte Fließgewässerökologie, eine Arbeitsgruppe leitet, eröffnete das Seminar. Sie führte die Teilnehmer über Grundlagen hin zu den Kleinstlebewesen, zu den Räuber-und-Beute-Verhältnissen, ohne die intakte Gewässer nicht existieren können. Vielen Teilnehmern wurde im Laufe des Tages bewusst, was sich hinter den „Ökologischen Dienstleistungen“ verbirgt. Fische wie die Nasen gehören dazu, die die Algen von den Kiesbänken schaben und so als „Dienstleister des Gewässers dafür sorgen, dass das Algenwachstum nicht überhand nimmt und der Fluss gesund bleibt. Die Natur stellt der Menschheit diese ökologischen Dienstleister, die aber heute meist in Vergessenheit geraten sind, zur Verfügung.

Praxisorientiert lernten die Teilnehmer den Aufbau von Fließgewässern kennen. Einen Schwerpunkt legten Winkelmann und Fetthauer auf die Unterscheidung von Sammlern, Zerkleinern, Weidegänger und Räubern, dem Makrozoobenthos. Wichtige Fragen waren: Welche Rolle spielen Nährstoffeinträge? Worher kommen sie? Was können wir dagegen tun, dass zu viele Nährstoffe in den Fluss geraten? Welche Bedeutung hat der Wald und das Umland? Anhand von Fallstudien wurde über sinnvolle und sinnlose Maßnahmen am Gewässer diskutiert.

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Bezogen auf die ökologischen Dienstleistungen startete der zweite Tag an der Nister in Stein-Wingert. Was es bedeutet, wenn diese Dienstleistungen und die Selbstreinigungskraft der Gewässer durch das Fehlen der Fische zusammenbrechen, stellte Manfred Fetthauer in einem kurzen Vortrag vor. Für diesen Zusammenbruch macht Fetthauer an der Nister den Kormoran verantwortlich. Dass eine Überfischung der zahlenmäßig am höchsten vorkommenden Fischart im Gewässer eine Veralgung zur Folge hat, sei in einer neuen Studie über die Meere erwiesen worden und könne so 1:1 auf Fließgewässer übertragen werden, erklärte der Naturschützer. Im Falle der Nister fehlten dank des Kormorans nun die Nasen. Durch die Überfischung steigen Veralgung und pH-Wert, während der Sauerstoffgehalt sinkt. Verstorbene Algen verstopfen das Kiesbett, das als „Niere“ des Gewässers den Fluss sauber hält. Der Fluss stirbt und mit ihm seine Lebewesen: ein Teufelskreislauf.

Wasserstand und Wetter ließen es zu, dass die Teilnehmer in einem sich wieder aufbauenden und geschützten Fischbestand die Nasen bei der Arbeit beobachten konnten. Vor Ort zeigte Dr. Carola Winkelmann den Teilnehmern, wie die Forschungsarbeiten zum BLE-Projekt an der Nister ablaufen.

Walter Hammes vom NABU Waldbreitbach, einer der Teilnehmer, schilderte, wie dramatisch sich der Fischbestand in der nahe gelegenen Wied seit dem Auftreten des Kormorans 1992 verändert hat und zeigte damit auch auf, dass nicht nur die Nister von den Folgen betroffen ist. Zum Schluss konnte Manfred Fetthauer noch von dem Gold der Nister berichten, dem letzten verbliebenen Perlmuschelbestand auf der gesamten Rheinschiene. Alle Teilnehmer baten im Abschlussgespräch um eine sich aufbauende Weiterführung dieser Fortbildung im nächsten Jahr. Die Organisatoren versprachen, sich darum zu bemühen.

Eine zweite Veranstaltung für diejenigen Interessierten, die an diesem Kurs nicht teilnehmen konnten, wird im September 2016 stattfinden. Nähere Informationen dazu gibt die Universität Koblenz Landau auf ihrer Seite unter
https://www.uni-koblenz-landau.de/de/zfuw/gewaesseroekologie-naturschutzpraktiker

Text: Manfred Fetthauer

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Kurs für Gewässerökologie

Neues Weiterbildungsangebot der Universität Koblenz-Landau in Zusammenarbeit mit der ARGE Nister / Obere Wied e.V.

Im Sommersemester 2016 wird die Universität Koblenz-Landau erstmals eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme zur Gewässerökologie für Mitarbeiter/innen im haupt- und ehrenamtlichen Naturschutz durchführen. Das zweitägige Seminar richtet sich an alle Interessierten, die sich beruflich oder als sachkundige Bürger im Naturschutz mit Fragen des Gewässerschutzes beschäftigen. Das Seminar unter Leitung von Dr. Carola Winkelmann findet am 4. und 5. April 2016 statt, Anmeldeschluss war der 15. März 2016.

Ziel des zweitägigen praxisorientierten Seminars, das in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Limnologie e.V. sowie des Gewässerschutzverbands ARGE Nister / Obere Wied e.V. (Westerwald) durchgeführt wird, ist es, haupt- und ehrenamtlich im Naturschutz Tätigen die wichtigsten gewässerökologischen Grundlagen zu vermitteln. Ein solides wissenschaftliches Fundament ist notwendig um in der täglichen Arbeit der Naturschutzpraxis für jeden Einzelfall die wichtigsten Gewässerschutzmaßnahmen zu erkennen.

 

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Forellenbericht 2015

Auf ein Neues: Auch in diesem Jahr erreichten uns mehr als Hunderttausend Bachforelleneier, aus denen kräftige kleine Fischlein schlüpfen sollten.

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Doch zunächst mussten erst einmal die Brutkästen inspiziert und vorbereitet werden, bevor die Eier auf die einzelnen Bretter verteilt werden konnten.

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Frisches, durch silikathaltiges Gestein auf den passenden pH-Wert gebrachtes Wasser umspült die Forelleneier in unserer Anlage den gesamten Tag. Das braucht der heimische Fischlaich, der in der Natur im Kiesbett inmitten von Rauschen von sauerstoffreichem Nass versorgt wird.

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Foto: Silikathaltiges Gestein passt den pH-Wert an.

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Auffällig viele Eier starben in den ersten drei Wochen bis zum großen Schlüpfen ab und wurden weiß. Verpilzungen hatten wir dagegen so gut wie keine. Doch die Larven, die schlüpften, waren klein und häufig auch schwach: Sie blieben in den Eierschalen stecken und verstarben.

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Am 21. Februar setzen wir die ersten Fische nach Aufzehren des Dottersacks in die Anlage in Burbach um. Hier fühlten sie sich wohl, wuchsen aber bis heute sehr langsam. Vermutlich waren die lange andauernden kalten Temperaturen dafür verantwortlich. Daneben hatten wir die Futtermarke gewechselt. Ob das so einen großen Einfluss auf die Größe der Forellen haben kann, werden wir im kommenden Jahr wissen, wenn wir wieder auf das bewährte, aber deutlich teurere Futter zurückgreifen.

Inzwischen sind einige Forellen bereits ausgesetzt – fit und aktiv, aber etwa 40 Prozent kleiner als 2014 zum Zeitpunkt des Besatzes. Immerhin sind ca. 97 Prozent der als kleine Fische in die Bottiche gesetzten Forellen zu größeren Fischen herangewachsen. Trotz der langanhaltenden Wasserknappheit konnten wir den fünfmaligen Wasserwechsel am Tag in den Becken gut durchhalten.

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Ein schöner Moment ist nach wie vor der, wenn sich die kleinen Forellen bärenstark und selbstverständlich in die Strömung der NIster stellen, sofort auf Futterfang gehen und sogar nach Mücken springen. Das tun sie auch 2015 – im Prinzip ist es also wieder ein erfolgreiches Forellenjahr.

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BLE-Projekt ist angelaufen

Die ersten Maßnahmen zum Projekt des Bundesamts für Landwirtschaft und Ernährung sind angelaufen. Das dreijährige Projekt an der Nister unter dem Titel „Biomanipulation als effektives Verfahren zur Wiederherstellung der Habitatfunktion des hyporheischen Interstitials“ wird federführend von der Universität Koblenz in Zusammenarbeit mit der Arge Nister und dem Büro für Fischökologische Studien (BFS) Frankfurt und Marburg betreut.

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Ein ausgezeichnetes Muscheljahr geht zu Ende

Die Jahresabschlussüberprüfung der Lochplatten und unserer liebevoll großgezogenen und schließlich mit Glochidien infizierten Forellen bestätigte: 2014 war für die ARGE Nister ein ausgezeichnetes Flussperlmuscheljahr. Die Jungmuscheln in den Lochplatten waren gut gediehen und gewachsen, und die Kiemen unserer Bachforellen saßen voller gesunder Muschellarven.
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Viel Arbeit war dafür nötig: Im Dezember 2013 und Januar 2014 sortierten wir in stundenlanger Kleinarbeit Forelleneier, um den gesunden das Überleben zu sichern. Von den etwa 120.000 jungen Forellen, die wir erfolgreich großgezogen hatten, wurden knappe 1000 für die Glochidien ausgewählt. Die anderen bevölkern nun die Nister an den unterschiedlichsten Abschnitten.
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Der erste Impfversuch brachte noch nicht das erhoffte Ergebnis: Offensichtlich waren die Muschellarven, die unsere trächtigen Flussperlmuscheln abgegeben hatten noch nicht ausgereift. In den folgenden Wochen wurden die Muscheldamen in eigenen, besprudelten Behältern in der Stein-Wingerter Anlage gehalten und von Jutta Hannappel und Roman Hugo täglich mit frischem Nisterwasser versorgt. Daran sind die Muscheln gewöhnt und es enthält ausreichend Nährstoffe. Die schonende Behandlung machte sich bezahlt: Die beiden Muschelschützer ernteten etwa eine Million hochinfektiöser Glochidien, die schließlich mit den Forellen in Burbach zusammengebracht wurden. Die beprobte Quote war phantastisch: 900 bis 1000 Larven hatten sich an den Kiemen ihrer Wirte festgesetzt.
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Dass die Überwinterung bisher gut funktioniert, zeigte eine erneute Probe: Die Glochidien sind etwas gewachsen und besetzen die Kiemen der nach wie vor gesunden und quicklebendigen Bachforellen in großer Anzahl.
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Das lässt auf eine großartige Ernte im Frühjahr hoffen. Bereits bei den jetzigen kühlen Wassertemperaturen durchlaufen die Larven die ersten Stadien ihrer Metamorphose. Steigt die Temperatur auf 17° C und höher, beschleunigt sich dieser Prozess. Ist die Verwandlung abgeschlossen, lassen sich die fertigen und winzigen Flussperlmuscheln ins Kiesbett fallen. Unsere Larven allerdings werden in spezielle Labore gebracht, wo die Jungmuscheln aufgefangen und auf verschiedene Standorte in Rheinland-Pfalz, Belgien und Nordrhein-Westfalen verteilt werden. So soll die Rückkehr der Flussperlmuscheln in verschiedene Fließgewässer garantiert werden und deren Überlebenschancen gesteigert werden.

Schon die Kleinsten an das Thema Nister heranzuführen …

… hat der Autor dieses wunderbaren Bilderbuchs im Sinn.
Pini und Kunibert

Dr. Albert-Ulrich Lerner, langjähriges ARGE-Nister-Mitglied und Edelkrebsexperte, schrieb das wunderschöne Bilderbuch „Pini und Kunibert – Kinder vom kleinen Bach“ für seinen Enkel Tristan. Bei der Taufe des kleinen Jungen überreichte er das fertige Exemplar. Die Illustrationen wurden von Lerners Bruder Titus  gestaltet, einem bekannten Westerwälder Künstler. Engagiert im Artenschutz  – zum Beispiel bei Initiierung und Pflege des Edelkrebswiederansiedlungsprojekts – und Naturschutz im Westerwald, möchte der Dr. Lerner mit seinem Buch schon die Kleinsten für die Natur begeistern.

Er selbst sagt dazu: „Den Kindern den Weg zur Natur zeigen ist ein Anliegen  meines Kinderbuches. Mein Bruder  Titus  konnte den Text mit natürlichen Bildern  einrahmen. Erstmalig habe ich  es gewagt mit einem Edelkrebs einen neuen Hauptdarsteller in der Kinderbuchwelt zu präsentieren. Es gilt  durch spannende Erlebnisse der kleinen  Bachbewohner direkt vor unserer Haustür  das Interesse  der Kinder  an der Natur  zu wecken. Der  kleine Bach ist überall in unserem Land  direkt vor unserer Haustür. Vielleicht auch für Kindergarten und Schule ein Beitrag zur Umweltpädagogik. Wenn Kinder den Weg zur Natur finden müssen wir um die Erde keine Sorge haben.“ Das  Buch kann für 12 Euro direkt beim CMZ Verlag  bestellt werden.

Lerner
Bericht der Westerwälder Zeitung vom 13.12.2013

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Beprobung 2012

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Protokoll : Versuch Algenbeprobung mit und ohne Fische an der Nister mit Betonplatten ,

P1 und P2 jeweils 4 Platten in der Grösse 40 mal 40 cm

P1 Messpunkt 411217/5619097
P2 Messpunkt 410447/5619585
Gewässertiefe ,Strömung ,Lichteinfall  identisch

EProtokoll : Versuch Algenbeprobung mit und ohne Fische an der Nister mit Betonplatten ,

P1 und P2 jeweils 4 Platten in der Grösse 40 mal 40 cm

P1 Messpunkt 411217/5619097
P2 Messpunkt 410447/5619585
Gewässertiefe ,Strömung ,Lichteinfall  identisch

Beprobungstag: 24.8 2012
Besonderheiten: ca 10 Tage nach der letzten Algenblüte Niedrigwasser und hohe Wassertemperatur 22 /23 Grad pH-Wert um  9

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Edelkrebsprojekt Große Nister

Edelkrebse waren einst in allen Fließgewässern Europas häufig vertreten und sind inzwischen bis auf kleinste Restpopulationen in den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland ausgestorben.

Ein Grund ist die Krebspest durch das Vordringen amerikanischer Flusskrebse über die großen Flüsse, z. T. auch über Auswanderung aus privaten Zuchtteichen. Ein weiterer Grund ist die Gewässerverschmutzung durch Anwachsen der Abwässer aus Industrie, Landwirtschaft und Privathaushalten.

Die Kläranlagen sind diesen Anforderungen nicht gewachsen. Fachzeitschrift „Wasser und Abfall“ Jg. 2011, Nr 9: „Bisher fehlen für viele der gefährlichen Stoffe Kenntnisse zur Eliminierbarkeit, die als Grundlage für Maßnahmen zur Verbesserung der Reinigungsleistung der Anlagen verwendet werden können.“ (Beispiel.Unkraut/ Schädlingsvernichtungsmittel/ Hormone, Schmerzmittel/ Antibiotica/ Bisphenol A…) Wie wäre es anders zu erklären , dass die Edelkrebszüchter in Teichanlagen und Baggerseen große Vermehrungs -und  Wachstumsraten melden ?

Flusskrebs1Nach eingehenden Prüfungen  2011, insbesondere dem nächtlichen Absuchen von flachen Gewässerbereichen mit der Taschenlampe, konnten im Abschnitt Heuzert/Heimborn der Großen Nister keinerlei Hinweise auf Restbestände von Edelkrebs oder nicht heimischer Krebse gewonnen werden. Von einem fehlenden Vorkommen hier war bereits vorher ausgegangen worden.

Die  Große Nister hat das klassische inhomogene Strömungsbild eines Oberlaufgewässers mit deutlicher Breiten- und Tiefenvarianz bei relativ geringer Nutzungsintensität im Umland. Uferstrukturen mit Wurzelwerk und Totholzansammlungen sind ideal. Zudem stellten die  Wehre das letzte Bollwerk gegen die Invasion amerikanischer Flusskrebse dar.

Das Stein- und Felsprofil vieler Abschnitte, die enge Bewaldung und die Begleitfischarten (Forelle, geringe Döbel-, Nasen-, Barbenbestände und die stark reduzierten Aalbestände) geben uns den Mut ein Wiederansiedlungsprojekt zu starten. Freßfeinde wie Reiher, Ente und Bisam waren auch vor Jahrzehnten in gleicher Zahl da.

Am 27. April 2012 war es soweit: Dr. Albert Lerner hat die ersten 100 Edelkrebssömmerlinge in Heuzert eingesetzt. Zur besseren Standortbindung waren an strömungsarmen Bereichen Tonröhren in Steinschüttungen eingebracht worden. Als  weiterer Schritt ist die Hälterung in der Anlage von Manfred Fetthauer vorgesehen um selbst den Nachbesatz kommender Jahre heranzuziehen. Eine fortlaufende Evaluierung über 5 Jahre ist geplant.

Drei Jahre werden Sömmerlinge vorwiegend im Herbst eingesetzt. Im Monat Juli/August ist das Monitoring in der Nister vorgesehen. Alle Erhebungsdaten werden hier publiziert. Mit diesem Artenschutzprojekt in Rheinland Pfalz könnte die Artenvielfalt der Großen Nister, die erheblich bedroht ist, verbessert werden.

Lothar Jörgensen von der SGD Nord hat auf der Jahreshauptversammlung am 28.4.2012 dieses Projekt begrüßt.

Müschenbach , den 30.4. 2012           Dr. Albert Lerner