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Beitrag von Dr. Stefan Weigelt zum Kormoranproblem

Mit den den besten Grüßen zum Jahreswechsel und einem sehr guten Artikel zur Kormoran problematik der folgende Artikel:

https://www.netzwerk-angeln.de/infocenter/hintergruende/278-kormorane-ein-brisantes-dauerthema.html?fbclid=IwAR1RJ6iT1ep3TeT3EPfY8AvIOsQY-bY8lrm2S-m1DBCIfOMLOBZLzdsKWzY

Einflug am 19.12.2018

aber auch aktuelle Bilder aus Stein-Wingert sagen viel.

 

Herbst an der Nister bei Hirtscheid

Foto Rainer Lemmer

Ein ereignisreiches Jahr liegt nun hinter uns. Ein Jahr, das von einer extremen Trockenheit geprägt war. Wasserstände am Pegel Heimborn von 16-17 cm waren über Monate die Regel. Jeder wird sich fragen: „Wie ist die Nister und ihre Bewohner mit diesen Verhältnissen umgegangen?“

Bei doch einigen Elektrobefischungen, teils für unser Forschungsprojekt, aber auch um Naturvermehrung für Lachse zu suchen, und letztendlich für Renaturierungsprojekte an der oberen Nister, haben wir mit Erstaunen festgestellt, dass der trockene Sommer den Fischbeständen kaum geschadet hat.

Einen exzellenten Jungfischbestand von vielen Arten ohne Fremdbesatz haben wir an den meisten der befischten Stellen angetroffen, ein Zeichen dafür dass sich das Anlegen von Trittsteinen, wie es der Deutsche Rat zu Landespflege schon vor 30 Jahren fordert, aber auch die Wasserrahmenrichtlinie vorsieht, lohnt.

Trittsteine anlegen heißt einen Bereich (hier der Mittellauf bei Stein-Wingert) massiv zu schützen. Das Umweltbundesamt schreibt hierzu: die Fischfauna kann durch bestimmte menschliche Nutzungen wie zum Beispiel Besatz, Entnahme sowie an Land lebenden Räuber in erheblichem Maße beeinflusst sein. Diese Beeinflussung nennen wir Kormoran. Nach wie vor das größte Problem, siehe

Bild vom 2.11.2018

 Vielleicht ein Ratespiel : Wieviel Arten und wieviel Gewicht ?

Hier die Antwort : 33 Jungfische davon schon einige verdaut , 5 Arten , und 120 g Gewicht, ungefähr ein Viertel des täglichen Nahrungsbedarfes des Kormorans.

 

 

 

 

 

Ein Meilenstein im Nistervertrag umgesetzt

Nach gut einem Jahr wurden in den letzten Tagen die letzten Bauarbeiten an einem der größten Wanderhindernisse in der Nister durchgeführt. Das vor 50 Jahren erbaute Heberwehr Schneidmühle wurde, bedingt durch den Ausbau der B 414, als Ausgleichsmaßnahme abgerissen. Das damals erbaute Heberwehr war zu der Zeit, was Wasserbau anging, eine technische Revolution, aber eine Durchgängigkeit für Fische war kaum gegeben. Seine Aufgabe bestand darin, ein altes Wasserrecht mit einem ca. 2 km langen Mühlgraben zu bedienen, was nun vom Land zurückgekauft wurde. Was man leider in Kauf nehmen musste, war die Trockenlegung des Mühlgrabens, der auch einen hohe Artenvielfalt besaß.

Das größte Problem der Anlage war aber der Schwallbetrieb, der bei niedrigen Durchflussmengen auftrat und dafür sorgte, dass es in der Abfolge der restlichen Wasserkraftanlagen in der Nister zu Pegelschwankungen von bis zu 20 cm kam. Auf ca. 40 km Nister abwärts fielen dann über Stunden die Randbereiche der Nister trocken, was sich auf jeden Fall negativ auf die damals noch vorhandenen Muschelbestände ausgewirkt hat. Ein weiteres Problem war der zeitweise vorhandene Kormoran-Schlafplatz oberhalb des Stauwerkes. Für die Ornithologie mag die Anlage ein Highlight gewesen sein,  aber für die Fließgewässerökologie ein Trauma.

Der Landesbetrieb Mobilität als Unterhalter der Anlage beschloss dann vor Jahren den Rückbau der Anlage. In sehr enger Zusammenarbeit mit der Struktur- und Genehmigungsbehörde, der unteren Wasserbehörde, der Verbandsgemeinde Hachenburg, der ARGE Nister und dem Planungsbüro wurden die Pläne ausgearbeitet und ausgelegt.

Vor einem Jahr begann dann die Abrissarbeiten nach Vorgaben der Beteiligten, und schon jetzt lässt sich sagen, die Arbeit war nicht umsonst. Wenn oben auf der neuen Brücke noch gearbeitet wird, einem unten auf den Widerlagern Wasseramsel und Eisvogel bei der Ende September durchgeführten Kontrollbefischung zuschauen und die Befischung viel besser ausfällt als erwartet, muss man allen, vorab der bausausführenden Baufirma, einen Glückwunsch zu dem gelungenen Umbau aussprechen.

Ein weiterer Schritt der ARGE Nister wird es sein, in diesem Bereich wieder die Fischarten anzusiedeln, die vor dem Bau des Heberwehrs dort vorhanden waren und für die Ökologie der Nister von großer Bedeutung sind, wie Nase und Barbe.

 

Die ehemalige Fischtreppe

Das Wehr im Oberwasser

Unterwasser und Kiesschleuse

Nach den Umbauarbeiten in Fliessrichtung

Die neue renaturierte Strecke von unten ,die nächsten Hochwasser werden natürlich ihre Arbeit auch noch verrichten

Alle Fotos Thomas Meuer ,SGD Nord Montabaur

 

Arge Nister auf der MS “ Burgund“

Anfang Juni hatte das Landesamt für Umwelt Rheinland -Pfalz  drei Veranstalter des letztjährigen Bachpatentages als Dankeschön auf das Forschungsschiff des Landes RLP die“MS Burgund “ eingeladen. Da leider die Personenzahl auf dem Schiff begrenzt ist, waren wir mit fünf Arge-Mitgliedern dort. Begrüßt wurden wir von Eva Maria Finsterbusch vom Landesamt für Umweltschutz (LFU), Dr. Erwin Manz vom Umweltministerium RLP und Dr. Joachim Fischer vom LFU sowie der Besatzung der „Burgund “ und Bettina Gies, die für das Landesamt die Bachpatentage durchführte .

Nach einem sehr interessanten Vortrag zum Inventar des rheinland-pfälzischen Rheins ging es an den praktischen Teil. Mithilfe des Greifarms der MS Burgund wurden Sedimentproben vom Rheingrund gehoben und begutachtet. Ein Besuch im Labor des Forschungsschiffes war auf jeden Fall auch interessant, weil dort zumindest durch die Klimaanlage eine angenehme Temperatur herrschte. Zum Abschluss dann noch ein hochintressanter Vortrag von Dr.Fischer zum Klimawandel, der ja auch in den letzten Monaten mit aller Macht zugeschlagen hat. Es war ein wunderschöner und lehrreicher Tag.

Wir von der Arge beim Frühstück

 

Der Vorsitzende im Fachgespräch mit Dr. Manz

 

Auf der Suche nach dem Leben im Rhein

bei dem auch Essen und Trinken nicht zu kurz kam ,ging damit zu Ende ,und für den sich die Arge Nister ganz herzlich beim Landesamt bedankt.

Alle Fotos: Eva Maria Finsterbusch Landesamt für Umweltschutz

Im Labor der MS Burgund