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Kältester April seit 40 Jahren – ein Problem auch für unsere Gewässer

Eutrophierung (Massenentwicklung von Algen durch einen hohen Nährstoffeintrag ins Gewässer) ist ein weitverbreitetes Problem unserer Gewässer, welches das Erreichen des Ziels der Wasserrahmenrichtlinie, den guten ökologischen Zustand, in vielen Fließgewässern verhindert. Doch in diesem Jahr wurde das Problem noch zusätzlich verstärkt. Wie auch die Pflanzen an Land, so wird auch das Wachstum der Algen hauptsächlich durch das Licht, also die Tageslänge und die Sonnenstunden, gesteuert. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) lag der April 2021 mit rund 215 Sonnenstunden deutlich über dem langjährigen Mittel (151 Sonnenstunden), so dass die Algen sehr gute Wachstumsbedingungen hatten. Anders als warmblütige Kühe, die auch bei niedrigen Temperaturen das verfügbare Gras abweiden, sind die Weidegänger der Fließgewässer wechselwarm. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur und damit auch ihre Aktivität wird von der Umgebungstemperatur bestimmt. Trotz der vielen Sonnenstunden war der April 2021 mit 6,5 °C der kälteste April seit 1986 (durchschnittlich 7,8°C) und der zweitfrostreichste seit Messbeginn (Daten: DWD). Als Folge konnten die Tiere im Gewässer, die sich von Algen ernähren (Fische wie die Nase, aber auch Insektenlarven und Schnecken), im April noch kaum fressen, da dafür ihre Körpertemperatur und ihr Stoffwechsel zu niedrig waren. Das Missverhältnis zwischen Licht und Temperatur im April hat also das ohnehin bestehende Problem der Eutrophierung in vielen Gewässern deutlich verstärkt, was negative Auswirkungen weit über den April hinaus haben wird.

Einen kleinen Eindruck, wie es unter Wasser in der Nister aussieht vermittelt dieses kurze Video von Manfred Fetthauer, welches den veralgten Gewässergrund und bereits abgelöste, vorbei driftende Algen zeigt: Algendrift Mai 2021

Seit 89 Jahren der Nister treu geblieben / Albert Lerner

Nister verbindet Generationen

Als Kinder gingen wir gerne mit unserem Opa nach Heuzert, Heimborn und Ehrlich zum Fischen. Selbstgebaute Fliegen und eine Bambusrute waren die damalige Ausrüstung. Seit 2011 konnte ich diesen Abschnitt pachten. Mein Sohn kommt zum Fliegenfischen und unser Enkel ist auch dabei. Kindheitserlebnisse prägen Natur und Heimatverständnis. Albert Lerner

Unsere Nasen in Berlin

Aussteller auf der Woche der Umwelt 2021

Leider hat Corona die Woche der Umwelt 2020 verhindert, aber 2021 findet sie im Hybrid-Format statt. In Berlin am 10. und 11. Juni 2021 und bereits jetzt online. Unser Beitrag ist hier zu finden.

sauberes Interstial in den Bereichen mit Nasen

Gewässergrund im Frühjahr 2019 in den Strecken mit Fischen

Hier ein kleiner Clip mit weidenden Nasen an der Nister bei Stein-Wingert.

Was Fische wie die Nase für das Ökosystem Fliessgewässer bedeuten, daran haben wir jetzt einige Jahre zusammen mit der Universtät Koblenz-Landau und den Bürogemeinschaften für fisch- und gewässerökologische Studien, Marburg und Frankfurt geforscht. Umso erfreulicher ist es, dass wir unsere Arbeit auf der Woche der Umwelt in Berlin präsentieren dürfen.