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Wenn Minus mal Minus nicht Plus ergibt – Das Problem der negativen Verstärkung

Die Nister war lange Zeit, trotz hoher Nährstoffkonzentrationen (v.a. Phosphate), das Vorzeigegewässer in Rheinland-Pfalz. Als „grünes Juwel des Westerwaldes“ konnte sie sowohl mit einer erfolgreichen Wiederansiedelung und natürlichen Reproduktion des Atlantischen Lachses als auch mit Populationen der stark bedrohten Flussperlmuschel und Bachmuschel aufwarten. Doch die letzten Jahrzehnte sind nicht spurlos an der Nister vorbeigegangen und die ökologische Gewässerqualität verschlechtert sich dramatisch. Diese Veränderung bemerken auch Anwohner, Spaziergänger oder Wanderer, die sich entlang der Nister in der Natur entspannen und sich am Gewässer erfreuen wollen. Wo man früher im Sommer das kühle Nass genießen konnte, sieht und riecht man nun ein stark veralgtes Gewässerbett, welches bereits eine simple Querung der Nister an einer Furt zu einer rutschigen und dadurch gefährlichen und ekligen Erfahrung macht. Ein eindeutiges Merkmal einer Gewässereutrophierung.

Der Begriff Eutrophierung bezeichnet die massenhafte Entwicklung von Algen in Folge einer übermäßigen Nährstoffverfügbarkeit. In Seen und aufgestauten Gewässerabschnitten, z.B. Talsperren, sind dies sogenannte Algenblüten planktischer Algen, also Massenentwicklungen von Algen, welche im Freiwasser „schweben“. Da Fließgewässern aufgrund ihrer Strömung keine Entwicklung planktischer Algen erlauben, äußert sich eine Eutrophierung in der Massenentwicklung am Gewässergrund wachsender Algen (benthische Algen). Genau das ist mittlerweile in jedem Frühjahr und Sommer an der Nister zu beobachten.

Doch eine hohe Nährstoffverfügbarkeit muss nicht immer zu Algenmassenentwicklungen führen. Auch dies lässt sich gut am Beispiel der Nister darlegen. Bereits in den 90er Jahren wies die Nister hohe Nährstoffkonzentrationen auf, die vergleichbar bzw. sogar höher als die heutigen waren. Dennoch wurden die ersten Algenmassenentwicklungen erst Anfang der 2000er Jahre beobachtet und 2010 von Manfred Fetthauer dokumentier.

Vergleich der Algenentwicklung in der Nister zwischen dem Frühjahr 2001 und 2010. Beide Fotos wurden von der Straßenbrücke in Stein-Wingert fotografiert. Fotos: M. Fetthauer

Doch was hat sich verändert, wenn nicht die Nährstoffverfügbarkeit? Hier kommt ein wesentlicher Aspekt von Gewässern zum Tragen, welcher sie von Landlebensräumen maßgeblich unterscheidet. Während wir an einer Wiese sehen, dass weniger Blumen blühen und weniger Insekten durch die Luft schwirren, führen die Bewohner der Gewässer meist ein Leben im Verborgenen. – Aber das ist in der Nister anders. Die Arten und ihre Bestände in der Nister sind aufgrund der herausragenden Bedeutung der Nister in Rheinland-Pfalz (u.a. Lach2000 Gewässer und Großmuschelhabitat) und durch das unermüdliche Engagement der ARGE Nister gut dokumentiert. Anhand der Befischungsdaten aus regelmäßigen Elektrobefischungen durch die Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien (BfS Frankfurt), zeigt sich ein Bestandseinbruch großwüchsiger Fische (> 15 cm) im Jahr 1999 auf nur noch ca. 22% der im Vorjahr erfassten Bestände.

Einbruch der Großfischbestände in der Nister 1999, nachdem im Winter 1998/99 erstmals 118 Kormorane ins Sieg/Nister-System eingeflogen sind. Daten: BfS-Frankfurt

Die größten Bestandseinbrüche waren bei den Arten Nase, Barbe und Döbel zu verzeichnen, deren Bestände sich bis heute in der Nister nicht erholen konnten. Der Einbruch der Fischbestände wurde festgestellt, nachdem im Winter 1998/99 erstmalig Einflüge von 118 Kormoranen in das Sieg/Nister-System beobachtet wurden. Diese hocheffizienten Fischjäger haben sich seither im Siegsystem als wiederkehrende Wintergäste und sogar mit kleineren Brutkolonien etabliert, so dass mittlerweile regelmäßig Kormoraneinflüge in hoher Zahl an der Nister beobachtet werden. Daher ist ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Einflug der Kormorane in das Sieg/Nister-System und dem Bestandseinbruch der Fische mehr als wahrscheinlich.

Links: Morgentlicher Kormoraneinflug bei Stein-Wingert. Rechts: Hochrechnung der Kormoraneinflüge in die Nister bei Stein-Wingert im Winter (Jan.-Mrz. + Okt.-Dez.) von 2015 bis 2020. Die Werte basieren auf dem Tagesdurchschnitt (Summe beobachteter Einflüge/Beobachtungstage) und sind auf den Gesamtzeitraum hochgerechnet (Tagesdurchschnitt x 182 Tage). Die Zahl über den Balken ist die Anzahl der Beobachtungstage im Untersuchungszeitraum. Foto und Daten: M. Fetthauer

In den Folgejahren des dokumentierten Bestandseinbruchs der Großfische wurden in der Nister zunehmend Massenentwicklungen benthischer Algen, v.a. im Frühjahr, ebenso wie ein dramatischer Rückgang der Großmuschelpopulationen beobachtet. Um diese zunächst nur zeitlich korrelierenden Beobachtungen in einen kausalen Zusammenhang zu setzen, muss man sich vor Augen führen, dass nicht nur die Umwelt die Lebewesen beeinflussen, sondern auch die Lebewesen ihre Umwelt.

Das wohl offensichtlichste Beispiel für diese wechselseitige Beziehung zwischen Lebewesen und Umwelt ist der Mensch, welcher insbesondere in den gemäßigten Klimaten Europas seit über 2000 Jahren das Landschaftsbild formt und durch Ackerbau, Viehzucht, Entwaldung, Flussbegradigungen oder Stauhaltungen insbesondere Nährstoffkreisläufe, den Wasserkreislauf sowie das (Regional-) Klima beeinflusst. Vergleichbar, aber in viel kleinerem Maßstab, beeinflussen auch die im Gewässer lebenden Organismen ihre Umwelt.

Nase, Barbe und Döbel sind Fische der Äschen- und Barbenregion, welche sich bei der Nahrungssuche ausschließlich (Nase, Barbe) bzw. überwiegend (Döbel) am Gewässergrund aufhalten. Während Nasen sich ausschließlich von benthischen Algen ernähren, sind Barbe und Döbel omnivor (Allesfresser), wobei sich große Exemplare zunehmend von (benthischen) Kleinfischen (piscivor) ernähren. Bei der Nahrungssuche durchstöbern diese omnivoren Arten den Gewässergrund, um Insektenlarven, Krebse, Muscheln oder Fische aufzustöbern, wobei sie die Sedimente aufwirbeln und Steine umdrehen (sog. Bioturbation). Auf diese Weise halten diese drei Fischarten das Gewässerbett frei, ähnlich wie Herden von Schafen oder Kühen in der Landschaftspflege genutzt werden, um Offenlandflächen freizuhalten. Doch ebenso wie Offenlandflächen an Land zuwachsen, wenn die Weidegänger verschwinden, wächst auch das Gewässerbett zu, wenn die aquatischen Weidegänger fehlen.

Fotos des Gewässergrunds der Nister im April 2019 in einem Bereich mit vielen (links) und einem Bereich mit wenigen (rechts) Nasen und Döbeln. Fotos: Manfred Fetthauer und Carola Winkelmann

Aufgrund der Strömung kann der Freiwasserbereich (die sog. fließende Welle) in Bächen und Mittelgebirgsflüssen nur von schwimmstarken Fischarten, aber nicht von Wirbellosen und Plankton (z.B. Algen) dauerhaft bewohnt werden. Daher sind diese Lebewesen auf den Gewässergrund als Lebensraum angewiesen. So wachsen Algen in Biofilmen, dem sogenannten Periphyton, auf der Oberseite der Subatrate (Steine, Kies, Sand, Totholz), während sich Organismen, die nicht auf Licht angewiesen sind, zum Schutz vor Fressfeinden oder der Strömung unter Steine oder in das Kieslückensystem zurückziehen. Dadurch ist das Kieslückensystem des Gewässerbetts (wissenschaftlich: Hyporheisches Interstitial, kurz Hyporheal) die biologisch aktivste Zone des Gewässers. Als dauerhafter Lebensraum von Wirbellosen und vor allem Mikroorganismen ist das Kieslückensystem für den Stoffkreislauf und die Selbstreinigungskraft des Gewässers von zentraler Bedeutung. Doch auch für kieslaichende Fische, wie Nasen, Äschen, Barben, Lachse, Forellen uvm., welche die meiste Zeit ihres Lebens im Freiwasser verbringen, ist ein sauberes gut belüftetes Kieslückensystem für den Arterhalt entscheidend, denn das Kieslückensystem ist „Brutplatz“ und die früheste Kinderstube (Dottersackstadium) dieser Arten.

Schematische Darstellung des hyporheischen Interstitials, kurz Hyporheal. Die wichtigsten Funktionen des Hyporheals sind der Austausch zwischen Grund- und Flusswasser, der biochemische Ab- und Umbau von Nähr- und org. Schadstoffen (Selbstreinigung des Gewässers) sowie die Bereitstellung eines Lebensraums für Kleinstlebewesen und juvenile Stadien von Fischen und Großmuscheln.

Die Funktionsfähigkeit des Kieslückensystems ist hochgradig vom kontinuierlichen Austausch mit der fließenden Welle abhängig. Durch verschiedene Mechanismen (Sedimentation, Diffusion, Bioturbation, u.a.) werden partikuläre Stoffe (feine Sedimente und abgestorbenes organisches Material), aber auch gelöste Stoff (Nährstoffe, z.B. Stickstoff- und Phosphorverbindungen, und Gase wie Sauerstoff und Kohlendioxid) in das Kieslückensystem eingetragen bzw. in die fließende Welle abgegeben. Fehlen nun die wichtigen Weidegänger im System, so wird das Kieslückensystem durch eine dicke Algenschicht von der fließenden Welle getrennt und der Austausch wird unterbunden.

Die Algenmassenentwicklungen haben also einen erheblichen Einfluss auf die Lebensbedingungen im Fließgewässer; nicht nur im Kieslückensystem sondern auch in der fließenden Welle. In der Wachstumsphase einer solchen Algenblüte ist an sonnigen Tagen die Photosyntheseleistung der Algen so hoch, dass Sauerstoff schneller produziert wird als im Austausch mit der Luft abgegeben werden kann. Dies führt zu sehr hohen Sauerstoffkonzentrationen und einer Sauerstoffübersättigung von bis über 200%. Durch die hohe Sauerstoffkonzentration können Sauerstoffradikale entstehen, welche das empfindliche Kiemengewebe der Wasserorganismen (z.B. Fische) angreifen und irreparabel schädigen können. Nachts, wenn auch die Algen auf Grund der Dunkelheit atmen, also selbst Sauerstoff verbrauchen, kommt es dann zu einer starken Sauerstoffzehrung bis hin zu hypoxischen oder sogar anoxischen Bedingungen (wenig bis kein Sauerstoff). Vielen Gewässerorganismen droht unter solchen Sauerstoffmangelbedingungen der Erstickungstod. Die Photosynthese der Algen hat aber nicht nur Auswirkungen auf den Sauerstoffgehalt des Wassers, sondern auch auf dessen pH-Wert. Bei der Photosynthese nimmt die Alge Kohlendioxid auf und setzt Hydroxidionen (OH-) frei, wodurch der pH-Wert an sonnigen Tagen auf ≥ pH 9,5 steigen kann. Oberhalb von pH 8 verschiebt sich das Verhältnis von Ammonium (NH4+) zum toxischen Ammoniak (NH3). Bei den in nährstoffreichen Gewässern häufig anzutreffenden hohen Ammoniumgehalten kann diese Verschiebung zu einem Massensterben von Fischen und anderen Gewässerorganismen führen. Über Nacht wird der Hydroxidionen-Überschuss wieder ausgeglichen und der pH normalisiert sich. Dadurch treten während einer Algenblüte an sonnigen Tagen im Tagesgang massive Schwankungen von Sauerstoffkonzentration und pH-Wert auf.

Tageszeitliche Schwankungen von Sauerstoffsättigung (links) und pH (rechts) in der Nister bei Stein-Wingert im Frühjahr 2016. Daten: M. Gerke, Universität Koblenz-Landau.

Auch mit dem Absterben der Algen ist der schädliche Einfluss der Algenblüte auf das Gewässer nicht beendet, das Problem wird lediglich verlagert. Das abgestorbene Algenmaterial wir in die Lücken und Spalten des Kieslückensystems eingetragen, wo es die Porengänge verstopft, welche normalerweise Oberflächenwasser, Interstitialwasser und Grundwasser verbinden (biogene Kolmation). Unter Verbrauch von Sauerstoff wird nun das tote Algenmaterial im Kieslückensystem durch Mikroorganismen abgebaut. Je stärker die Poren verstopft sind, desto weniger sauerstoffreiches Oberflächenwasser kann in das Kieslückensystem eindringen, so dass es zu einer Sauerstoffzehrung bis hin zu hypoxischen und sogar anoxischen Bedingungen kommt. Unter diesen Bedingungen kann das Kieslückensystem seine wichtigen Ökosystemdienstleistungen ‚Selbstreinigung‘ und ‚Lebensraum‘ nicht mehr erfüllen. Durch diese Wechselwirkungen zwischen Gewässerbewohnern und Umweltbedingungen führt der Verlust der bestandsbildenden Arten Nase, Döbel und Barbe zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen im gesamten Fließgewässer und damit zu einem Verlust weiterer Arten. So ist der Bestand der Bachmuschel in der Nister von ca. 20.000 Tieren innerhalb von 14 Jahren um 90 % zurückgegangen. Aber auch einer Erholung der Bestände von Nase, Barbe und Döbel wirkt diese Entwicklung entgegen, da ein Großteil der empfindlichen Ei- und Larvenstadien die veränderten Bedingungen im Interstitial, v.a. den akuten Sauerstoffmangel, nicht überlebt. Die Nister befindet sich also in einer Abwärtsspirale, welche es zu durchbrechen gilt.

Die Abwärtsspirale zu durchbrechen wird allerdings durch den voranschreitenden Klimawandel zunehmend erschwert. Dieser hat in den vergangenen Jahren zu ungewöhnlich langandauernden Niedrigwasserphasen im Sommer geführt und auch die Winterhochwässer 18/19 und 19/20 fielen eher unterdurchschnittlich aus. Lange Niedrigwasserphasen sind problematisch, da sich das Wasser bei Niedrigwasser schneller und stärker aufwärmt und es dadurch auch weniger Sauerstoff aufnehmen kann, so dass über einen längeren Zeitraum hohe Temperaturen bei einer geringen Sauerstoffverfügbarkeit herrschen. Derartige Zustände können von den meisten Gewässerorganismen über kürzere Phasen toleriert werden, jedoch nicht über einen längeren Zeitraum hinweg. Darüber hinaus sedimentieren auch leichte, kleine Partikel relativ schnell ab, da die Strömung vergleichsweise gleichförmig (laminar) ist, also wenig Turbulenzen aufweist, und der Wasserstand niedrig ist. Dies führt zu einer zunehmenden Verstopfung (Kolmation) des Kieslückensystems, welches den Austausch zwischen fließender Welle und Kieslückensystem weiter einschränkt/unterbindet. Zusammen mit den schnelleren Abbauprozessen im Kieslückensystem durch die höheren Wassertemperaturen verschärft sich die oben beschriebene Problematik noch weiter. Wenn nun auch die Winterhochwässer nur unterdurchschnittliche Abflüsse verursachen, wird weniger Sediment verlagert und das Kieslückensystem nur sehr oberflächlich freigespült, wodurch die Ausgangsbedingungen im Kieslückensystem im Folgejahr noch schlechter ausfallen.

Im Jahr 1998 filtrierten und reinigten noch große Bestände von Bachmuscheln, mit einer Filtrationsleistung von 3-5 Litern pro Stunde je Individuum, ca. 1,92 Mio. Liter Nisterwasser pro Tag und große Fische (v.a. Nasen) sowie Wirbellose Weidegänger (v.a. Schnecken und Insektenlarven) hielten den Algenrasen kurz. Heute fehlen die großen Bestände dieser Tiere und die Nister droht in Algen und Schwebstoffen buchstäblich zu ersticken.

Nister-Bachmuscheln auf Sediment. Foto: D. Mewes

Zwar können wir an der Nister den Klimawandel nicht aufhalten, aber mit einer ganzheitlichen Strategie können wir die Abwärtsspirale der Nister durchbrechen und die Artenvielfalt aber auch die Ökosystemdienstleistungen in der Nister erhalten. Um das zu erreichen, muss eine solche Strategie sowohl Maßnahmen zur strukturellen Lebensraumverbesserung (Renaturierung), als auch Maßnahmen zum Schutz der Gewässerorganismen, wie beispielsweise Nachzucht und Besatz von Nasen und Bachmuscheln sowie die Vergrämung des Kormorans, beinhalten.

Mit breiter Unterstützung der Bevölkerung und der Politik ist es gelungen zwei Großprojekte ins Leben zu rufen, welche zusammengenommen diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Das ist zum einen das E+E-Vorhaben „Integrativer Artenschutz aquatischer Verantwortungsarten an der Nister“ (INTASAQUA) und zum anderen das Projekt „Biomanipulation in Mittelgebirgsflüssen“ (BIOEFFEKT I und II, Laufzeit: 1/2015-11/2018 bzw. 01/2019-12/2022). INTASAQUA untergliedert sich in Hauptprojekt (Laufzeit: 10/2019 – 09/2022) und Begleitforschung (Laufzeit: 01/2020-12/2023), wobei das Hauptprojekt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit einem Anteil von 66 % mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert wird. 23,6 % der Kosten trägt das Land Rheinland-Pfalz (MUEEF). Den restlichen Anteil von 10,4 % teilen sich der Landkreis Altenkirchen, der Westerwaldkreis, die Verbandsgemeinden Altenkirchen-Flammersfeld, Betzdorf-Gebhardshain, Hachenburg, Hamm und Wissen. Die Trägerschaft obliegt dem Landkreis Altenkirchen in Zusammenarbeit mit dem Westerwaldkreis. Die Begleitforschung von INTASAQUA wird vollständig durch das BfN mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) finanziert und in einer Kooperation zwischen der Universität Koblenz-Landau, der Technischen Universität München (TUM) und der ARGE Nister durchgeführt. Die Projekte BIOEFFEKT I und II wurden/werden durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung gefördert (Förderkennzeichen 2813BM010 und 2818BM084) und von der Universität Koblenz-Landau in Kooperation mit der ARGE Nister, der Bürogemeinschaft für Fisch- und gewässerökologische Studien (Büros Marburg und Frankfurt) und der Dänischen Technischen Universität umgesetzt.

Autor: Daniela Mewes

Die Nase – Fisch des Jahres 2020

Naturschutz, Artenschutz, Gewässer, Fisch

Die Nase ist Fisch des Jahres 2020

  • Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Deutschen Angelfischverband und dem Verband Deutscher Sporttaucher
  • Regional stark gefährdete Art mit wichtigen Funktionen im Ökosystem
  • Flüsse müssen passierbar werden, damit Nasen wandern können

Die Nase (Chondrostoma nasus) Foto: Manfred Fetthauer

Bonn/Berlin, 11. November 2019: Die Nase (Chondrostoma nasus) ist Fisch des Jahres 2020. Mit der Wahl dieser in Deutschland regional stark gefährdeten und lokal bereits verschwundenen Fischart machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) auf eine bedrohte Fischart aufmerksam, die für Flüsse mit kiesigem bis felsigem Untergrund in der sogenannten Äschen- und Barbenregion typisch ist.

Die Nase war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Fisch, der in schnell fließenden Gewässern sehr häufig vorkam, und auch „Brotfisch“ der Berufsfischer an der Donau genannt wurde. Heute sind Schwärme von hundert Fischen bereits eine Seltenheit. Weil die Laichhabitate entweder nicht mehr funktionsfähig sind oder aufgrund von Querbauwerken nicht mehr erreicht werden können, kann in geeigneten Gewässern der Besatz mit gezüchteten Jungtieren sinnvoll sein. Auch auf Verschmutzungen der Gewässer durch Schadstoffe sowie übermäßige Feinsedimenteinträge reagieren Nasen empfindlich.

„Um den Schutz der Nase zu verbessern, müssen Wanderhindernisse in den Flüssen abgebaut oder passierbar gemacht werden und naturnahe Ufer, Kies- und Schotterbänke wiederhergestellt werden. Dies fordert auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie für unsere Flüsse. Nur wenn die ganze Vielfalt von Strukturen und Lebensräumen vorhanden und erreichbar ist, können sich die Fischbestände – nicht nur die der Nase – langfristig wieder erholen. Die Nase steht daher stellvertretend für die gesamte Fischartengemeinschaft“, erläutert Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz.

„Die typischen Fischarten wie Nasen und Barben sind sogenannte Weidegänger. Sie weiden die Algen am Gewässergrund ab und lagern den Gewässergrund um. Nasen und Barben leisten damit einen hohen Beitrag zur Selbstreinigungskraft der Gewässer. Wenn die typischen Fischarten in den Flüssen ihre ökologische Aufgabe nicht mehr erfüllen, verschlechtern sich die Wasserwerte und das Ökosystem droht zu kippen. Mit dem Rückgang der Nasen haben sich an einigen Flüssen die Wasserwerte dramatisch verschlechtert“, so Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes.

Zahlreiche Studien belegen, dass die Verbauung von Gewässern die wichtigste Ursache für den Rückgang der Nasenpopulationen ist. Die Schwärme erreichen keine geeigneten Laichplätze, sodass sie sich nicht mehr fortpflanzen und die Populationen überaltern. Angesichts der regional starken Bedrohung ist es dringend erforderlich, die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie weiter zügig in Maßnahmen umzusetzen und die Gewässer wieder durchgängig zu machen und natürlicher zu gestalten.

Dass dies Erfolg haben kann und Nasenpopulationen sich erholen, zeigen die wenigen Beispiele, in denen ein Rückbau von Wehren stattgefunden und sich dadurch die Bestände wieder deutlich erholt haben. Die Nase kann daher als ein guter Indikator für den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen angesehen werden.

Hintergrund
Die Nase kommt in Mitteleuropa nördlich der Alpen bis nach Osteuropa vor. Sie ist eine zu den karpfenartigen Fischen (Cyprinidae) gehörende Art, die in der Barben- und Äschenregion großer Ströme wie der Donau oder dem Rhein vorkommt. Sie wird bis zu 50 cm groß, kann Gewichte bis 2000 g erreichen, bleibt aber im Normalfall deutlich kleiner. Namensgebend ist die wulstige Oberlippe, mit denen die Nasen Algen vom Bodensubstrat abweiden und bodenlebende Kleintiere wie Insektenlarven oder Krebstierchen aufnehmen. Das Schuppenkleid ist silbrig, am Rücken etwas dunkler und bäuchlings heller gefärbt. Typisch ist das Aufblitzen des silbrigen Schuppenkleids bei der Nahrungsaufnahme, wenn sich die Nase seitlich wegdreht, um die Algen abzuziehen. Nasen leben natürlicherweise in Schwärmen von mehreren hundert Exemplaren.

Nasen laichen im Frühjahr von März bis Mai und unternehmen dabei Wanderungen von mehreren hundert Kilometern in den Fließgewässern. Laichplätze sind flach überströmte Bereiche in kleineren Seitenbächen. Hier werden 20.000 bis 100.000 ca. 1,5 mm große Eier/Weibchen in vorher geschlagene Laichgruben abgelegt. Die Larven leben zunächst im Kieslückensystem und ziehen dann als Planktonfresser an ruhigere Gewässerstellen. Das Schlagen der Laichgruben in den flachen Gewässern ist oftmals als deutliches, lautes Plätschern zu hören, vor allem dort, wo noch hunderte Nasen gleichzeitig laichen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie:

Deutscher Angelfischerverband e.V.
www.dafv.de
Bundesamt für Naturschutz
www.bfn.de
Hauptgeschäftsstelle Berlin Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
Tel.: 030/97104379, Fax: 030/97104389 Tel.: 0228/8491-4444, Fax: 0228/8491-1039
E-Mail: info@dafv.de E-Mail: info@bfn.de; presse@bfn.de

 

 

 

sauberes Interstial in den Bereichen mit Nasen

Unsere Nasen in Berlin

sauberes Interstial in den Bereichen mit Nasen

Gewässergrund im Frühjahr 2019 in den Strecken mit Fischen

Leider hat Corona die Umweltwoche verhindert , aber 2021 soll aller vorausicht nach ein neuer Termin gestartet werden.

C 0029 kleiner Clip mit weidenden Nasen hier an der Nister in Forschungsstrecke

C0029 

Was Fische wie die Nase für das Ökosystem Fliessgewässer bedeuten , daran haben wir jetzt einige Jahre zusammen mit der Universtät Koblenz und den Bürogemeinschaften für fisch- und gewässerökologische Studien, Marburg und Frankfurt geforscht ,umso erfreulicher ist es das wir unsere Arbeit auf der Umweltwoche in Berlin präsentieren dürfen.

https://www.woche-der-umwelt.de/ausstellerKonkret/1603

 

Historie: Max von dem Borne

Viele glauben heute etwas von Gewässern zu verstehen. Aber was ist eigentlich mit der Historie? Mit dem fischereilichen Bewertungssystem (kurz genannt FIBS) versucht man, seit Bestehen der Wasserrahmenrichtlinie die tatsächlichen Fischbestände zu ermitteln. Das erscheint aber gerade in Fliessgewässern nicht so einfach und hat mittlerweile für einige Fischarten schon zum Aus geführt. Was man heute im digitalen Zeitalter in 25 Jahren nicht geschafft hat, nämlich ein zentrales Kataster anzulegen, muss vor 140 Jahren doch wesentlich einfacher gewesen sein. Ein gewisser Max von dem Borne hat im Auftrag des Deutschen Fischereivereins 1881 ein bemerkenswertes Werk geschaffen, das nicht nur die Fischbestände sondern auch die Gewässer mit all ihren Widrigkeiten aufzeigt.

Mit diesem Link öffnet sich wahrscheinlich für den einen oder anderen eine ganz andere Welt, wenn auch nicht immer eine heile (Link öffnen und rechts auf den viereckigen Button klicken):  https://edoc.hu-berlin.de/handle/18452/1085

Es zeigt aber auch, welche Bedeutung Fische für die Menschen in der damaligen Zeit hatten und wie wenig wir heute von ihnen wissen.

Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Limnologie für Michael Götten

Michael Götten, Mitarbeiter der Projektgruppe Fließgewässerökologie an der Universität Koblenz-Landau, erhielt auf der diesjährigen Jahrestagung für Limnologie in Münster einen Posterpreis.  Dieser Publikumspreis wird für die fünf besten Poster auf der Tagung verliehen und beinhaltet neben eine Prämie auch die Einladung zu einem Vortrag in einer wissenschaftlichen Einrichtung.

Auf dem  Poster werden Ergebnisse des BLE-Projektes zum Einfluss von Nasen auf Aufwuchsalgen vorgestellt.

 

Ein Meilenstein im Nistervertrag umgesetzt

Nach gut einem Jahr wurden in den letzten Tagen die letzten Bauarbeiten an einem der größten Wanderhindernisse in der Nister durchgeführt. Das vor 50 Jahren erbaute Heberwehr Schneidmühle wurde, bedingt durch den Ausbau der B 414, als Ausgleichsmaßnahme abgerissen. Das damals erbaute Heberwehr war zu der Zeit, was Wasserbau anging, eine technische Revolution, aber eine Durchgängigkeit für Fische war kaum gegeben. Seine Aufgabe bestand darin, ein altes Wasserrecht mit einem ca. 2 km langen Mühlgraben zu bedienen, was nun vom Land zurückgekauft wurde. Was man leider in Kauf nehmen musste, war die Trockenlegung des Mühlgrabens, der auch einen hohe Artenvielfalt besaß.

Das größte Problem der Anlage war aber der Schwallbetrieb, der bei niedrigen Durchflussmengen auftrat und dafür sorgte, dass es in der Abfolge der restlichen Wasserkraftanlagen in der Nister zu Pegelschwankungen von bis zu 20 cm kam. Auf ca. 40 km Nister abwärts fielen dann über Stunden die Randbereiche der Nister trocken, was sich auf jeden Fall negativ auf die damals noch vorhandenen Muschelbestände ausgewirkt hat. Ein weiteres Problem war der zeitweise vorhandene Kormoran-Schlafplatz oberhalb des Stauwerkes. Für die Ornithologie mag die Anlage ein Highlight gewesen sein,  aber für die Fließgewässerökologie ein Trauma.

Der Landesbetrieb Mobilität als Unterhalter der Anlage beschloss dann vor Jahren den Rückbau der Anlage. In sehr enger Zusammenarbeit mit der Struktur- und Genehmigungsbehörde, der unteren Wasserbehörde, der Verbandsgemeinde Hachenburg, der ARGE Nister und dem Planungsbüro wurden die Pläne ausgearbeitet und ausgelegt.

Vor einem Jahr begann dann die Abrissarbeiten nach Vorgaben der Beteiligten, und schon jetzt lässt sich sagen, die Arbeit war nicht umsonst. Wenn oben auf der neuen Brücke noch gearbeitet wird, einem unten auf den Widerlagern Wasseramsel und Eisvogel bei der Ende September durchgeführten Kontrollbefischung zuschauen und die Befischung viel besser ausfällt als erwartet, muss man allen, vorab der bausausführenden Baufirma, einen Glückwunsch zu dem gelungenen Umbau aussprechen.

Ein weiterer Schritt der ARGE Nister wird es sein, in diesem Bereich wieder die Fischarten anzusiedeln, die vor dem Bau des Heberwehrs dort vorhanden waren und für die Ökologie der Nister von großer Bedeutung sind, wie Nase und Barbe.

 

Die ehemalige Fischtreppe

Das Wehr im Oberwasser

Unterwasser und Kiesschleuse

Nach den Umbauarbeiten in Fliessrichtung

Die neue renaturierte Strecke von unten ,die nächsten Hochwasser werden natürlich ihre Arbeit auch noch verrichten

Alle Fotos Thomas Meuer ,SGD Nord Montabaur

 

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen besondere Bedeutung der Nasen für die Gewässerqualität der Nister

Seit 2015 wird in einem wissenschaftlichen Experiment in der Nister bei Stein-Wingert untersucht, ob Nasen die Gewässerqualität verbessern können. Vor kurzem haben wir erste Ergebnisse dieses Projektes veröffentlicht (Gerke et al., 2018). In den Versuchen haben wir Gehwegplatten (40 x 40 cm) für mehrere Wochen auf dem Gewässergrund ausgebracht. Einige Platten waren mit elektrischen Fischzäunen „abgesperrt“ und einige für Fische frei zugänglich. Am Versuchsende wurde die Algenbiomasse zwischen den Platten mit und ohne Fischzugang verglichen.

Platte mit deutlichen Fraßspuren. Durch das Abweiden des Biofilms können Nasen die Algenbiomasse verringern.

Wir hatten erwartet, dass die Nasen die Algen auf den frei zugänglichen Platten abweiden und die Algenbiomasse daher auf diesen Platten niedriger ist. Überraschenderweise war aber das Gegenteil der Fall. Gleichzeitig war die Biomasse wirbelloser Weidegänger (z.B. Eintagsfliegenlarven) auf den abgezäunten Platten höher. Wir nehmen daher an, dass die wirbellosen Weidegänger die Algenbiomasse auf den abgezäunten Kacheln reduziert haben, weil sie hier sicher vor den Kleinfischen (z.B. Groppe, Schmerle) waren. Anders als Nasen ernähren sich diese kleinen Fischarten bevorzugt von wirbellosen Kleintieren. Das Verscheuchen der Kleinfische hat also die wirbellosen Weidegänger gefördert und damit indirekt die Algen reduziert.

Kleinfische beeinflussen die Algenbiomasse indirekt

Dieses unerwartete Ergebnis zeigt, wie komplex Nahrungsnetzbeziehungen im Gewässer sind und welche Auswirkungen das Fehlen großer Fischarten in einem Gewässer haben kann. Erstens sind weniger algenfressende Fische (Nasen) zu finden und die Algenbiomassen steigen. Zweitens explodieren die Kleinfischbestände. Die reduzieren die wirbellosen Weidegänger und die Algenbiomassen steigen noch stärker.

In einem etwas größeren Versuch mit insgesamt 12 ca. 8 m2 großen Fischkäfigen haben wir im letzten Sommer den Einfluss von Nasen und Döbeln auf die Algenbiomasse und die Qualität des Kiesbettes untersucht. In diesem Versuch haben wir tatsächlich einen deutlichen Einfluss dieser Fische auf die Algenbiomasse und darüber hinaus auf die Sauerstoffgehalte im Kiesbett gefunden. Nach vier Wochen war in den 4 Käfigen mit Nasen die Algenbiomasse niedriger als in den fischfreien Kontrollkäfigen und in allen Fischkäfigen war der Sauerstoffgehalt im Kiesbett  – ein Indikator für die Habitatqualität – höher als in den Kontrollkäfigen. Im Moment  bereiten wir gemeinsam mit dem BFS die Veröffentlichung dieser Ergebnisse vor.

Mittlere Algenbiomasse und mittlerer Sauerstoffgehalt in 13 cm Substrattiefe in Käfigen mit Nasen, Döbeln und Kontrollkäfigen ohne Fischbesatz

In unserem großskaligen Biomanipulationsexperiment, das bis Ende Oktober 2018 läuft,  gehen wir noch einen Schritt weiter und möchten herausfinden, ob sich der Besatz mit Nasen und Döbel auch in der Realität positiv auf das gesamte Ökosystem auswirkt.

 

 

Forellenlarven 2018 sind geschlüpft

Die letzten Jungforellen aus dem Jahr 2017 haben im Dezember die Becken in Burbach für ein Leben in der Nister verlassen, bevor Anfang des Jahres die neuen Bachforelleneier aufgelegt wurden.

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Inzwischen sind die Forellenlarven im Burbacher Bruthaus bereits geschlüpft. Von Manfred Fetthauer jeden Tag gesichtet und in stundenlanger Kleinarbeit von den abgestorbenen Eiern befreit, leben die gerade mal 8 bis 10 Millimeter großen Bachforellen noch von ihren Dottersäcken.

In etwa zwei Wochen ziehen die winzigen Fischlein in die frisch geputzten Becken in der ehemaligen Kläranlage Burbachs um und werden von da an mit Fischfutter großgezogen.

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Im Frühjahr und Frühsommer 2018 werden einige von ihnen Wirte für Flussperlmuschellarven – so es denn 2018 Glochidien aus der Nister gibt. Wir drücken die Daumen!

PS: Die fotografierten und im Kunststoffbecher gefilmten Forellenlarven und Eier kehrten im Anschluss lebendig und wohlauf zu ihren Artgenossen zurück.

Nasen und Nachwuchs

Nasen sind für die Reinhaltung der Nister sehr wichtig. Mit ihrem unterständigen, verhornten Maul schaben die Großfische Algen vom Untergrund des Fließgewässers ab. Gut zu sehen sind die Fraßspuren auf einem Laptop, das ARGE-Nister-Mitglied Kim Wortelkamp auf dem Flussgrund fand und fotografierte.

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Foto: Kim Wortelkamp

Für den Kormoran sind die Wasserbewohner ein wichtiges Nahrungsmittel. Das führte in den vergangenen 18 Jahren dazu, dass es immer weniger Nasen in der Nister gab. Deshalb stehen die trächtigen Nasenweibchen in der Laichzeit unter besonderer Beobachtung der ARGE Nister und ihrer Mitglieder. Frank Steinmann sind wunderschöne Unterwasseraufnahmen gelungen. Sie zeigen laichbereite Nasen und deren Eier.

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Laichbereite Nasen (Fotos: Frank Steinmann)

_J1A2657 _J1A2686 _J1A2865 _J1A26892Fotos: Frank Steinmann

Daneben arbeiten die Naturschützer seit einigen Jahren daran, in der Anlage in Stein-Wingert eigenen Nachwuchs zu züchten. Da Nasen in Rauschen, stark bewegtem Wasser, ablaichen, verkleben die Eier stark. So haften sie sicher an Steinen, während sie vom sauerstoffreichen Wasser umspült werden. Zum ersten Mal gelang es in der Zucht, diese starken Verklebungen zu lösen, sodass nun Jungnasen in die Nister ausgesetzt werden konnten. Manfred Fetthauer, unter dessen Fittichen die kleinen Fische stehen, veröffentlicht erstmals Aufnahmen der gelungenen Nachzucht.

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Larven im Glas (F
oto: Manfred Fetthauer)