Alle Artikel in: Fische

Forellen 2014 bevölkern Nister


IMG_8955
Zufrieden beobachteten Manfred Fetthauer und Maja Wagener, wie sich die kleinen Bachforellen in die Strömung der Nister stellten.
IMG_8935IMG_8936
Eimerweise hatten sie die Jungfische an dem sonnigen Apriltag an verschiedenen Stellen und Rauschen in den kleinen Westerwälder Fluss eingesetzt. Nach all den Monaten der Hege und Pflege war das ein besonderer Moment. Denn nur, wenn sich die Bachforellen sofort im Bachbett verteilen, sich hinter Steinen verbergen und in die Strömung stellen, haben sie gute Voraussetzungen für das Leben in Freiheit. Die etwa drei Zentimeter großen Jungfische passten sich sofort an.

IMG_8944IMG_8942
Etwa 2000 Fische verteilten die beiden an diesem Tag. Weitere Bachforellen wurden von den Pächtern weiterer Nisterabschnitte abgeholt und ausgesetzt. Auch in Fließgewässern in Westerburg und Weyerbusch leben nun Burbacher Forellen. In den kommenden Wochen werden bis auf etwa 1000 Forellen alle in die Nister und ihre Nebengewässer eingesetzt. Die restlichen Bachforellen dienen als Wirte für die Glochidien der Flusspermuscheln, die auch in diesem Jahr wieder gewonnen werden.

Zauberhafte Bilderbücher

Zwei zauberhaft bebilderte Bücher mit Bezug zur Nister schrieb Uta Ecker aus Leichlingen. Die Autorin wurde 1952 in Teltow/Berlin geboren, studierte Biologie in Bonn und Heidelberg. Uta Ecker hat lange Zeit als Ökobiologin gearbeitet. Mit der ARGE Nister verbindet sie eine gute Freundschaft.

Buch scan Wanderfisch
Fridolin der Wanderfisch schildert den Lebenslauf einer Meerforelle, die als Wanderfisch große Strecken zurücklegt. Beginnend als Jungfisch im Süßwasser  folgt sie den Flußläufen – wie zum Beispiel der Nister – ins Meer, um nach mehreren Jahren als ausgereifter Fisch zum Ablaichen in diejenigen Flüsse zurück zu finden, aus denen sie stammt.

Die Ereignisse im Lebenslauf sind biologisch korrekt wiedergegeben, jedoch kindgerecht dargestellt. Die Illustrationen sind Aquarelle, die von der Autorin angefertigt wurden.
Dieses Buchwird vom Rheinischen Fischereiverband 1880 e.V. empfohlen. Es richtet sich vor allem an die Verbandsjugend, aber auch an alle naturkundlich interessierten Kinder, und natürlich an all jene, die Tiergeschichten lieben.

Bild 36 Ruheplatz_webBild 25 Papageientaucher_web

Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren können das Buch schon selbst lesen. Es kann für 11,80 Euro im Buchhandel bestellt werden (ISBN-10: 3-8334-9518-9)

Groppe_Buchscan_red
Der Brave Wilderich erzählt aus dem Leben einer Groppe. Dieser kleine Fisch lebt normalerweise räuberisch am Grund von Bächen und Flüssen.
Wilderich ist ein sehr abenteuerlustiger Groppen-Mann, der so tut, als wäre er ganz brav, was aber natürlich nicht stimmt. So erlebt er einige Überraschungen und muss viele gefährliche Situationen meistern. Er trifft andere Tiere, beobachtet, wie die Menschen seinen Fluss verändern und übersteht heftige Unwetter. Wilderich treibt aber auch selber Unfug, ist tollkühn und ärgert seine Umgebung, die sich das nicht gefallen lässt.

Perlmuschel_webGraureiher_web
Dieses Buch richtet sich an alle naturkundlich interessierten Kinder im Grundschulalter, und natürlich an all jene, die Tiergeschichten lieben. Auch hier sind die Illustrationen Aquarell-Bilder, die von der Autorin angefertigt wurden. Das Buch ist für 7,90 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN-10: 3-7322-0793-5).

Lachseinsatz vom ZDF gefilmt

Besondere Gäste begleiteten die ARGE Nister beim jüngsten Lachsbesatz: Während 50.000 etwa fünf Zentimeter lange Einsömmeringe ihre neue Heimat in der Nister fanden, filmte Kameramann Martin Wampl die Aktion fürs ZDF. Den Beitrag von Redakteur Peter Böhmer (unten im weißen T-Shirt) strahlte das ZDF am 01.08.2013 in „heute in Deutschland“ aus.
ARGE_1985ARGE_2058

Jährlich werden im Rahmen des Schutzprogrammes Lachs 2020 eine bestimmte, von der Regierung finanzierte Anzahl von Junglachsen in die Nister eingesetzt. Der ursprünglich heimische Fisch wandert nach einem Jahr in den Atlantik ab, um ein oder zwei Jahre später flussaufwärts zu wandern und dort abzulaichen, wo er aufgewachsen ist.
ARGE_1969
Es gibt immer wieder Heimkehrer, doch dank der an vielen Stellen noch schlecht durchgängigen Flüsse und holländischer Fischer, die die Lachse tonnenweise abfangen, wenn sie aus dem Meer zurückkehren, sind es längst nicht so viele, wie es sein könnten.

Die so genannten Nullplus kommen von einer Zuchtanlage an der Halsper Talsperre im Sauerland. In großen Behältern transportierte Dieter Firzlaff vom Verein Der Atlantische Lachs e.V., der auch im Fernsehbeitrag zu sehen ist,  die kleinen Lachse aus dem Sauerland nach Stein-Wingert und von dort aus an die jeweiligen Rauschen zwischen Alhausen und Marienstatt.
ARGE_1953ARGE_1952

ARGE_1963ARGE_2006
Dort wurden die Jungfische aus Eimern sanft in die Strömung der Nister entlassen. Einen Teil der Jungfische übernahm Björn Eisel aus Seck, um ihn in der kleinen Nister zu verteilen.
ARGE_1991ARGE_1988
Nach dem Ende der Dreharbeiten ging die weitere Aktion ganz schnell. Routiniert und eingespielt arbeiteten die Mitarbeiter und jungen Helfer Hand in Hand, bevor sie schließlich am Zeltplatz in Heuzert eintrafen. Hier erwartete sie eine Überraschung: Samuel Leonhard aus Müschenbach, Küchenleiter des Brauhauses in Marienstatt, hatte für alle eine leckere Hackfleischsuppe vorbereitet.
ARGE_2139

Zwei Tage Kontrollbefischung

ARGE_9629 ARGE_9634
Viele Aktive halfen an zwei Tagen kräftig mit, um gemeinsam mit Dr. Jörg Schneider und Dr. Dirk Hübner vom BFS, dem ARGE-Nister-Vorsitzenden Manfred Fetthauer, Florian Krau sowie Dr. Carola Winkelmann und Daniela Mewes von der Uni Koblenz-Landau an zwei Stellen auf insgesamt gut einem Kilometer der Nister den Fischbestand zu prüfen: Biologen und weitere Doktoranden, Angler, Kinder und allerhand andere Freiwillige.
ARGE_9656 ARGE_9647
Mit Elektroangeln in der Hand und einem schweren Akku-Rucksack auf dem Rücken machten sich die Fischenden auf den Weg durchs Wasser. Ihnen folgten die Beifischer mit großen Fangnetzen, die Leute mit den Fangbehältern und Messinstrumenten sowie die Protokollanden.
ARGE_9659 ARGE_9718ARGE_9660 ARGE_9662
Am ersten Tag wurden bis in den Abend hinein die Kleinfische unter 15 Zentimetern gezählt und protokolliert. Am darauffolgenden Tag widmeten sich die Biologen den größeren Fischen wie Nasen, Haseln und Forellen. Mit Gleichstrom wurden die Tiere kurz betäubt und in Netzen gefangen.
ARGE_9654 ARGE_9673
Dank Messstab im Bottich und Messbrett wurde die genaue Größe festgestellt. Auch die unterschiedlichen Arten wurden bestimmt und aufgenommen.
ARGE_9746ARGE_9747
Dr. Jörg Schneider markierte die gefangenen Fische anschließend mit einem für die Tiere harmlosen und ungiftigen blauen Kontrollpunkt.
ARGE_9769ARGE_9725
Um möglichst viele Fische kennzeichnen zu können, konzentrierten sich die Biologen unter anderem auf die schwer zugänglichen Uferbereiche.

ARGE_9759ARGE_9705
Zwischendrin gab es eine Pause mit Westerwälder Fleischwurst, denn Essen hält auch bei Biologen und Gewässerschützern Leib und Seele zusammen.
ARGE_9734
Jeder Streckenabschnitt wurde zwei Mal befischt, um dank der Zahl der Wiederfänge im Verhältnis zu unmarkierten Fischen auf die Gesamtpopulation schließen zu können. Der Rückweg in Watstiefeln vom End- zum erneuten Ausgangspunkt führte durch blühende Wiesen.
ARGE_9730ARGE_9727
Die Zählung der großen Fische war längst nicht so aufwändig wie die der kleinen am Tag zuvor.
ARGE_9755
Deshalb konnten die Projektbeteiligten am späten Nachmittag ihre Sachen packen – fertig, aber glücklich nach der erfolgreichen Arbeit.
ARGE_9741ARGE_9743